Ministerpräsidentin Malu Dreyer: "Ehrenamtliche profitieren von der Digitalisierung und entwickeln sie gleichzeitig"

„Ehrenamtliche profitieren von der Digitalisierung und entwickeln sie gleichzeitig. Manche üben ihr Ehrenamt auch direkt im Netz aus“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Digitalkongress „Ehrenamt 4.0“. Im Mittelpunkt des Kongresses der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in der Alten Lokhalle in Mainz mit rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stand das ehrenamtliche Engagement in Zeiten der Digitalisierung.

(Auf das Foto klicken und die Rede der Ministerpräsidentin anschauen).

„Rheinland-Pfalz ist das Land des Ehrenamts, rund 1,7 Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Das sind 48,3 % aller Bürger und Bürgerinnen. Dies ist meine absolute Lieblingszahl, wenn es um Rheinland-Pfalz geht. Bundesweit liegen wir damit auf einem Spitzenplatz“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer. In einem sich stetig dynamisch entwickelten Ehrenamt nimmt die Digitalisierung eine zunehmend wichtige Roll ein. Apps und einfache Software könnten Verwaltungs- und Organisationsarbeit in Vereinen erheblich reduzieren, so dass die Ehrenamtlichen mehr Zeit für ihre aktive Arbeit verwenden könnten. „Soziale Medien erlauben es beispielsweise Vereinen und Initiativen, ihre Aktionen auch ohne großes Werbebudget einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Am Beispiel von Wikipedia wird klar, dass Ehrenamt auch manchmal im Netz selbst ausgeübt wird“, betonte die Ministerpräsidentin. Gleichzeitig könne auch die Digitalisierung von Ehrenamt und Bürgerengagement profitieren. Es gebe eine Vielzahl von Initiativen, wie die Freifunker, die sich beispielsweise im Bereich W-LAN-Versorgung engagieren

„Wenn auch die Digitalisierung zu dynamischen Veränderungen führt, findet Ehrenamt 4.0 jedoch niemals ohne Menschen statt“, so die Antwort der Ministerpräsidentin auf eine Frage, die sie über Facebook erreicht hatte. "Kein Roboter und kein technisches Gerät kann Menschen, die mit Leidenschaft und Herz ihr Engagement leben, jemals ersetzen", betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nochmals. Daher möchte das Land Rheinland-Pfalz auch im Zeitalter der Digitalisierung die Ehrenamtlichen bestmöglich unterstützen.  

Auf dem Programm des Kongresses standen neben der Rede von Ministerpräsidentin Malu Dreyer auch eine Keynote von Annette Kroeber-Riel, Senior Director Public Policy and Government bei Google Deutschland, die den Ehrenamtlichen im Publikum verschiedene digitale Hilfsmittel vorstellte. In der anschließenden Best-Practice-Talkrunde berichteten verschiedene Ehrenamtler von ihren Initiativen und Organisationen. Der anschließende Infomarkt bot die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Informationsaustauch. Vertreten waren hier zum Beispiel Peter Stey von der Flüchtlingshilfe „United Nackenheim“, Vertreter des Vereins „Freifunk“, des Projekts „Digitale Dörfer“ von Fraunhofer IESE, aber auch einige Start-Ups. Marvin Brusius stellte beispielsweise eine von ihm mitentwickelte App für kostenlose Nachhilfesuche und -angebote für Schülerinnen und Schüler vor, die 2015 beim Jugend-Engagement-Wettbewerb Rheinland-Pfalz ausgezeichnet wurde.

Folgende Unternehmen und Institutionen waren auf dem Infomarkt vertreten:

  • Freifunk Mainz
  • Particulate Solutions GmbH
  • D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V.
  • Flüchtlingshilfe „United Nackenheim“
  • Fraunhofer IESE
  • Tutor-e
  • curassist GmbH
  • IT Klub Mainz & Rheinhessen e.V.
  • Help-o-Mat, WHU Vallendar
  • HitchOn GmbH

Alle Kongressteilnehmer wurden zu Beginn der Veranstaltungen über Tablets zum Thema Digitales  Ehrenamt befragt, die Antworten dokumentiert und sofort ausgewertet. „So wollen wir ergründen, wie wir Vereine und Initiativen im digitalen Ehrenamt unterstützen können. Das ist die Aufgabe meiner Landesregierung“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Ergebnisse der Kurzumfrage zeigten deutlich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses der voranschreitenden Digitalisierung gegenüber aufgeschlossen sind. Die große Mehrheit der Befragten begreift die Digitalisierung demnach als Chance für das Ehrenamt und nutzt bereits digitale Medien und Hilfsmittel bei ihren Engagements. 

Die Ergebnisse der Umfrage können Sie hier einsehen: Frage 1, Frage 2, Frage 3, Frage 4.

Das digitale Ehrenamt ist ein wichtiger Baustein der Digitalstrategie der Landesregierung. Die Landesregierung hat dazu ein ressortübergreifendes Dialog-Papier vorgelegt und mit www.digital.rlp.de eine Online-Beteiligungsplattform gestartet. „Wir laden Bürger und Bürgerinnen sowie Experten und Expertinnen ein, sich mit ihren Wünschen, Ideen und Anregungen einzubringen“, unterstrich die Ministerpräsidentin. „Unser Ziel ist, Land und Leute zu vernetzen. Gemeinsam wollen wir Rheinland-Pfalz zu einem Musterland der Digitalisierung machen. Das ist ein Schwerpunkt meines Regierungshandelns.“ Dabei dürfe die Digitalisierung niemals Selbstzweck sein, sondern solle das Leben der Menschen besser machen.

Mit dem Kongress wurde auch ein Ideenwettbewerb „Digitales Ehrenamt 4.0“ gestartet: Rheinland-pfälzische Vereine und Initiativen sind aufgerufen, bis zum 18. August ihre Ideen und Projekte zur Digitalisierung einzureichen. Die zehn besten Ideen werden mit jeweils 500 Euro Preisgeld ausgezeichnet. Hier finden Sie dazu weitere Informationen.