Ambient Assisted Living zieht erneut in Trierer Seniorenhaushalte ein – STuDi geht in die zweite Phase

„Auch die Menschen in Rheinland-Pfalz werden erfreulicherweise immer älter und wünschen sich, selbstbestimmt und selbstständig in ihrem Zuhause alt zu werden. Das bringt auch Veränderungen in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung mit sich. Rheinland-Pfalz unterstützt daher die Entwicklung von neuen und innovativen Versorgungskonzepten wie der Verknüpfung von Ambient Assisted Living (AAL)-Technik und präventiver Beratung in dem Projekt STuDi“, erklärte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler zum Start der zweiten Phase des Projektes, das unter der Leitung des Fraunhofer IESE Kaiserslautern vom Gesundheitsministerium im Rahmen des Zukunftsprogramms „Gesundheit und Pflege - 2020“ und der Initiative Gesundheitswirtschaft mit einer Landeszuwendung in Höhe von rund einer Million Euro für die Dauer von zwei Jahren gefördert wird.

Zukünftig wird der Anteil alleinlebender Seniorinnen und Senioren in Deutschland steigen. Dabei nimmt nicht nur der Bedarf an pflegerischer Unterstützung zu, sondern auch der Bedarf an niedrigschwelliger Alltagsunterstützung. Ältere und/oder kranke Menschen, die alleine wohnen möchten, profitieren in vielen Bereichen von moderner Technik. Dabei sind persönliche Beratung und technische Hilfen kein Widerspruch, das hat das das rheinland-pfälzische Projekt SUSI TD bereits eindrucksvoll gezeigt.

Im Rahmen der zweiten Phase des Projektes „STuDi“, dessen Abkürzung für „Smart Home Technik und Dienstleistung für ein unabhängiges Leben zu Hause“ steht, werden bis zu 100 Haushalte in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg vom Fraunhofer IESE Kaiserslautern mit AAL-Technologien wie Sensorik ausgestattet. Das Ziel ist es, die bereits im Projekt SUSI TD geschaffenen Erfolge auszubauen sowie ein tragfähiges System zu schaffen und damit eine nachhaltige Umsetzung zu ermöglichen. Dazu wird der soziotechnische Ansatz des Projektes beibehalten und durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) weiterentwickelt.

Die technischen Komponenten von SUSI TD sollen nun im Rahmen von STuDi in einen Smart Home-Kontext eingebettet werden. „Dies ist eine konzeptionelle und technische Leistung, die es zukünftig ermöglicht, dass Smart Home-Lösungen durch Buchung von optionalen AAL-Komponenten erweitert werden können“, so Professor Dr. Dieter Rombach vom Fraunhofer IESE. Weiter erläutert Professor Rombach, dass „die Erkennung von Hilflosigkeitssituationen weiter optimiert werden wird. Des Weiteren liegt der Fokus auf der Verbesserung der Datenschutzkonzepte und Benutzerschnittstellen. Insgesamt kommen wir dem Wunsch der Seniorinnen und Senioren nach einem gesteigerten Sicherheitsgefühl nach.“

Von der pflegewissenschaftlichen Seite wird im Projekt STuDi der Einbezug von haushaltsnahen Dienstleistungen und Unterstützungsangeboten durch Kommunikations-, Informations- und Beratungsdienste gestaltet. „Das Spannende an dem Projekt ist ja die enge Verknüpfung von modernen technischen Möglichkeiten mit einer aufsuchenden und individuellen Beratung der Seniorinnen und Senioren. Je nach Bedarf soll die Unterstützung dazu dienen, dass die Menschen möglichst lange und selbständig am Leben in ihrem direkten Wohnumfeld teilnehmen können“, so Professor Dr. Frank Weidner, Leiter des DIP.