Arbeit

Arbeiten in der digitalen Welt

In vielen Berufen können im Zuge der Digitalisierung individuelle Bedürfnisse der Beschäftigten besser berücksichtigt werden. Die ständige Erreichbarkeit darf dabei nicht zu einer Entgrenzung der Arbeit führen. Wie sehen soziale Standards und Mitbestimmung in Zukunft aus? Positive Effekte und Chancen der Digitalisierung in der Arbeitswelt gilt es daher zu nutzen und gleichzeitig negative Effekte zu verhindern.


Unsere Schwerpunkte:

  • Die Landesregierung wird einen Masterplan "Zukunft der Arbeit in Rheinland-Pfalz" vorlegen. Dieser wird unter Federführung des Arbeitsministeriums gemeinsam mit den Partnern des Ovalen Tisches der Ministerpräsidentin erarbeitet.

  • Die Landesregierung gestaltet Arbeitszeit und Arbeitsort im digitalen Zeitalter.

  • Mitbestimmung im digitalen Zeitalter fortentwickeln

  • Die Landesregierung unterstützt die digitale Bildung und Weiterbildung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.


Zukunft der Arbeitswelt – Gute Arbeit 4.0.

Die Arbeitswelt ist einem permanenten Wandel unterworfen. Branchen verändern sich – das ist nicht neu. Neu ist allerdings die große Dynamik und Geschwindigkeit der Veränderung. Neben dem demografischen Wandel und der fortschreitenden Globalisierung ist es insbesondere der technologische Fortschritt – und hier vor allem die zunehmende Digitalisierung – durch den sich die Art, wie produziert und gearbeitet wird, grundlegend und nachhaltig ändert. Der Landesregierung ist es ein großes Anliegen, die Menschen bei der Gestaltung dieses Wandels einzubeziehen und zu beteiligen. Dazu hat die Ministerpräsidentin den „Ovalen Tisch“ als Dialog- und Vernetzungsforum für alle beteiligten Akteure ins Leben gerufen.

Manche Entwicklungen und ihre Folgen für Branchen und Berufsqualifikationen sind noch nicht absehbar. Am „Ovalen Tisch“ werden Trends bereits sehr früh deutlich und unter Einbeziehung der Wissenschaft analysiert. Der „Ovale Tisch“ ist ein Instrument, um diese Entwicklungen im Dialog aktiv mitzugestalten. Die Landesregierung trägt dadurch gemeinsam mit den Sozialpartnern dafür Sorge, dass die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer von der Digitalisierung der Arbeitswelt profitieren können. Gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und ein angemessener Arbeitsschutz müssen auch im digitalen Zeitalter gewährleistet sein.

Die Landesregierung wird einen Masterplan „Zukunft der Arbeit in Rheinland-Pfalz“ vorlegen. Dieser wird unter Federführung des Arbeitsministeriums gemeinsam mit den Partnern des „Ovalen Tisches“ der Ministerpräsidentin erarbeitet.

Die Entwicklung des Masterplans geschieht in zwei Schritten: Die Landesregierung hat den intensiven Diskurs „Zukunft der Arbeitswelt“ initiiert, an dem alle relevanten Akteure beteiligt sind und der wissenschaftlich begleitet wird. Hierzu hat die Landesregierung einen landesweiten Dialog organisiert. In dessen Rahmen wurden mit den Partnern des „Ovalen Tisches“ der Ministerpräsidentin wie der Bundesagentur für Arbeit, den Kammern, den Unternehmerverbänden, den Gewerkschaften und weiteren Akteuren im Verlauf des Jahres 2017 Expertenworkshops durchgeführt sowie Themenkonferenzen für die interessierte Öffentlichkeit angeboten. Die Veranstaltungen fanden an unterschiedlichen Orten in Rheinland-Pfalz statt. In der zweiten Phase wird die Landesregierung basierend auf den Ergebnissen des Landesdialogs und unter Einbeziehung der Partner des „Ovalen Tisches“ den Masterplan erstellen. Darin werden sich Zielsetzungen und Lösungsvorhaben finden, um den Wandel der Arbeitswelt in Rheinland-Pfalz zu gestalten. Soweit es möglich und sinnvoll war, wurden die Ergebnisse auch bei der Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie für Rheinland- Pfalz berücksichtigt. Außerdem sollen die Ergebnisse auch auf Bundesebene über entsprechende Initiativen Eingang finden. Die Besetzung der konkreten Themen erfolgt in dieser zweiten Phase. Bei den Themenkonferenzen, flankierenden Gesprächen, Betriebsbesuchen und ähnlichem haben sich jedoch bereits die Handlungsfelder „Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort“, „Mitbestimmung“ und „Bildung / Weiterbildung“ herauskristallisiert.

Die Landesregierung gestaltet Arbeitszeit und Arbeitsort im digitalen Zeitalter.

Die digitalen Möglichkeiten lassen ein zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten zu. Oftmals reichen ein schnelles Netz und ein Laptop, Tablet oder Handy. Beispielsweise kann eine Architektin von ihrem Haus in der Eifel aus ihren Vorschlag in das Büro nach Trier schicken. Der Ort, von dem aus die Arbeit verrichtet wird und der Zeitraum in dem dieses geschieht, kann angepasst werden: an die Zeiten und Orte der Familie, das Ehrenamt, die Freizeit und Erholung. Die Arbeit wird mobil und selbstbestimmt. Homeoffice wird immer umfassender möglich. Beruf und Privatleben können besser in Einklang gebracht werden. Der Vater oder die Mutter kann um 15 Uhr ein Kind von der Kita abholen und arbeitet danach von zu Hause aus weiter. Neben den positiven Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt kann sie aber auch zu Belastungen führen. Im Zuge von Homeoffice, Vertrauensarbeitszeit und ständiger Erreichbarkeit ist die „Entgrenzung“ von Arbeit und Privatleben eine Gefahr. Arbeit und Privatleben verschwimmen, es wird mehr und verdichteter gearbeitet. Nicht für jede und jeden ist die Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort ein Gewinn. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer streben auch klar abgegrenzte und verlässliche Arbeitszeiten an. Zwischen Branchen, Tätigkeitsfeldern aber auch innerhalb einer Belegschaft können die Erwartungen und Bedürfnisse ganz unterschiedlich sein.


„Wir möchten eine Flexibilisierung, die beiden Seiten, Arbeitnehmern und Arbeitgebern, gleichermaßen gerecht wird. Eine einseitige Verteilung der Lasten darf es nicht geben. Arbeit darf auch nicht völlig entgrenzt werden. Denn es sind grundlegende menschliche Bedürfnisse, irgendwann abschalten zu dürfen, die Möglichkeit zu haben, sich von der Arbeit zu erholen und Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.“

Mitbestimmung im digitalen Zeitalter

Mitbestimmung steht für demokratische Teilhabe und ist ein wichtiges Mittel für den fairen Interessenausgleich. Ihr kommt im deutschen Modell der sozialen Marktwirtschaft ein hoher Stellenwert zu. Von einer starken Mitbestimmung profitieren nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Unternehmen. Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt stellt die Mitbestimmung vor neue Herausforderungen. Insbesondere bei den im Zuge der Digitalisierung in der Arbeitswelt entstandenen neuen Arbeitsformen, wie zum Beispiel dem Crowdworking, stellt sich die Frage nach der Interessenvertretung durch betriebliche Gremien. Eine zeitgemäße Mitbestimmung und starke Sozialpartnerschaft sind in einer sich wandelnden Arbeitswelt unverzichtbar.

Die Landesregierung unterstützt die digitale Bildung und Weiterbildung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Der wohl größte Wandel, den die Digitalisierung mit sich bringt, sind die veränderten Ansprüche, die sie an unsere Qualifikationen stellt. Bildung, sei es durch die allgemeinbildenden Schulen als auch die Berufsausbildung oder die Weiterbildung, das „Learning on the Job“, ist der Schlüssel, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Deshalb ist auch eine aktive Begleitung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Veränderungs- und Anpassungsprozessen der digitalen Welt überaus wichtig. Betriebe müssen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterbilden und ihnen die Angst vor den digitalen Anwendungen nehmen. Die Landesregierung wird die berufliche Anpassung an die Digitalisierung der Berufswelt unterstützen. Dies wird auch in der Fachkräftestrategie für Rheinland-Pfalz untermauert, die von den Partnern des „Ovalen Tisches“ für Ausbildung und Fachkräftesicherung entwickelt und fortgeschrieben wurde. Eine zentrale Bedeutung bei der Unterstützung der Betriebe im Rahmen der Aus- und Weiterbildung kommt den Gewerkschaften, den Wirtschaftskammern und den Trägern überbetrieblicher Bildungsstätten zu. Letztere können hierbei eine Vorreiterrolle in der Verbreitung neuer Technologien einnehmen. Die Landesregierung wirkt daher darauf hin, dass das Sonderprogramm des Bundes zur Digitalisierung von den überbetrieblichen Bildungsstätten in Rheinland- Pfalz in Anspruch genommen wird.

Weitere Informationen zur Fachkräftestrategie

Weitere Informationen zum Masterplan


Hier finden Sie die Strategie für das Digitale Leben: PDF-Download (5MB)


Beiträge des bisherigen Digital-Dialogs


Soziale Standards

"Wie können wir soziale Standards und bestehende Schutzrechte von Beschäftigten den neuen Gegebenheiten anpassen?"

Richtig - volle Zustimmung!
Die grundsätzliche Frage lautet was machen wir mit den vielen Menschen die durch fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung keine Arbeit mehr haben/bekommen? Die Aussage "die erhalten höher qulifizierte Jobs" ist eine Illusion, da diese Jobs einfach nicht in der erforderlichen Menge entstehen werden
Wie schon von Michael Lindner geschrieben - Nicht weiter in alten Strukturen denken, sondern für die Zukunft komplett neue Modelle diskutieren UND ausprobieren.
Auch wenn verzweifelt versucht wird "die Rente ist sicher" weiter zu verkaufen, wird jeder erkennen, dass dies Umlageverfahren absolut nicht mehr zeitgemäß ist und kurzfristig zu großer Altersarmut führen wird.
Das Bedingungslose Grundeinkommen bietet sich hier bei der Wahrung sozialer Standards geradezu an. Und es schafft auch die Möglichkeit der Selbstverwirklichung, ohne dass diese von staatlicher Seite durch Zwang abgewürgt wird.
Indirekt werden dadurch auch die Schutzrechte von Beschäftigten gestärkt, da ein Arbeitsplatz attraktiv werden muss.
Hier fordert übrigens die Piratenpartei RLP in ihrem Programm auch für RLP ein konkretes BGE-Modellprojekt, und macht entsprechende Vorschläge.
Bedingungsloses Grundeinkommen.
Einfach mal ein Pilotprojekt starten, anstatt auf Langzeitstudien aus anderen Ländern zu warten.

Betriebliche Mitbestimmung

"Wie sichern wir betriebliche Mitbestimmung in Zeiten der Individualisierung?"

Betriebliche Mitbestimmung wird in Zeiten sich auflösender Unternehmensstrukturen zum Anachronismus. Ich kann doch schon heute als Unternehmer - fast - jede Dienstleistung als "Projekt" auf digitalen Plattformen vergeben und beim billigsten Anbieter einkaufen (sogar global, siehe z. B. den "Mechanical Turk" von Amazon). Wer braucht da noch eigene Leute im Betrieb?
Sehr hilfreich, diese unqualifizierte Aussage.
Indem man innerhalb der Betriebe Strukturen aufbaut, die für ein transparentes Miteinander sorgen.
In dem reguliert ist an wen man sich wendet, wenn man eine Idee hat, wenn man ein Problem melden will.
Innerhalb der Netzwerke sollten Vertreter sein, die die Interessen vertreten.
Auf der anderen Seite des Tisches sollten diese aber auch VERPFLICHTET sein, diese Wünsche, Anregungen und Bedürfnisse zu hören und denen weitesgehend nachkommen, wenn diese eine Legitimation besitzen.

Grundsätzlich muss nicht alles individualisiert sein, sondern man sollte immer ein Grundgerüst bieten, dass individuell anpassbar ist, aber gleichzeitig ins System passt.
bestimmt nicht dadurch das gewerkschaftlich organisierte Kleingruppen ganze Wirtschaftsysteme lahmlegen können

Sozialpartnerschaft

"Wie machen wir die Sozialpartnerschaft zukunftsfest?"

Entgrenzung der Arbeit

"Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von einer Entgrenzung der Arbeit bei unterschiedlichen Generationen?"

Generell sollten die Arbeitsweisen auf den Ämtern möglichst mit dem Gedanken, mit wenig Aufwand den größten Nutzen zu erzielen, erfolgen. Somit sind unsere Fachgruppenleiter und Abteilungsleiter gefordert, eventuell abweichende Arbeitsweisen zu analysieren und zu erkennen welche sinnvoll angewandt werden können.
Frustration auf der Arbeit hat meiner Meinung auch damit zu tun, dass die Arbeitsschritte nicht beherrscht werden oder Vorgaben nicht richtig vermittelt werden. Oft wird auch die Notwendigkeit einiger Arbeitsschritte nicht erkannt, weil man die gesetzlichen Grundlagen hierzu nicht kennt. Hier sollte regelmäßig und gezielt auf Ebene der Mitarbeiter (evtl. auch durch Mitarbeiter) geschult und kommuniziert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind nicht nur Mitarbeiter 50+ sondern auch der eine oder andere jüngere Mitarbeiter betroffen. Das hätte den Vorteil, dass sich die „Älteren“ nicht ausgegrenzt bzw. ausgesondert fühlen.
Sollte ein Rückstand der älteren Mitarbeiter gegenüber den jüngeren im Bezug auf die Nutzung moderner Techniken bestehen, finde ich es durchaus sinnvoll, dass diese Mitarbeiter von ebenfalls „Älteren“ geschult werden. Außerdem könnte man so die Akzeptanz gegenüber den neuen Techniken stärken. Sinnvoll eingesetzte „moderne Methoden“ führen ja auch in der Regel zu einer effizienteren Arbeit.
Nur wer die ihm aufgetragenen Arbeiten beherrscht und deren Sinn versteht, geht ohne Frust und gelassen, evtl. sogar mit Freude zur Arbeit. Das gilt für alle Generationen.

Neue Beschäftigungsformen

"Welche neuen Beschäftigungsformen entstehen im Zuge der Digitalisierung und bedarf es einer Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen?"

In Zukunft wollen Menschen das tun, wozu sie sich hingezogen fühlen. Sie überdenken das Prinzip der Arbeit an sich.

Das "Warum" rückt in den Vordergrund. Menschen wollen anderen Menschen helfen und ihre Probleme lösen.
Die Digitalisierung wird den Trend zu Freelancer verstärken und Fachkräfte sowie Berater können zunehmend in Projekten eingesetzt werden ohne langfristige Bindung zu Unternehmen. Dafür müssen jedoch Themen wie Scheinselbständigkeit überdacht werden.

Digitale Kompetenz der Fachkräfte

"Wie kann das Fachkräftepotential auf die digitale Transformation vorbereitet werden und welchen Maßnahmen sind erforderlich, um die digitale Kompetenz der Fachkräfte weiterzuentwickeln?"

Vor allem muss die Unterstützung durch beratende Unternehmen vereinfacht werden. Die Zugänge müssen modernisiert und vereinfacht werden. Fachkräfte müssen leichteren Zugang zu entsprechender Unterstützung erhalten, beispielsweise über entsprechende Portale und entsprechend wirksamer Betreuung, die Unterstützung muss gefördert werden und den beratenden Unternehmen muss es leichter gemacht werden entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen. Derzeit sind für beide Seiten nicht zeitgemäße Hürden vorhanden, keine zeitgemäße Schnittstellen vorhanden und die Betreuung beider Seiten unzureichend.

Beschäftigte im Dienstleistungsektor

"Welche Folgen hat die Digitalisierung besonders für Beschäftigte im Dienstleistungssektor?"

Homeoffice-Angebote

"Wie kann bei Homeoffice-Angeboten die soziale Einbindung in den Betrieb sichergestellt werden?"

Im Homeoffice ist man nicht gänzlich von den Kollegen abgeschnitten: mit einfachen Hilfsmitteln (Webcam / Headset) ist man für tägliche Gespräche mit Kollegen gut gerüstet. In dem Betrieb, in dem ich arbeite, ist dies aufgrund verschiedener Niederlassungen in Deutschland mit verteilten Teams immer der Fall.
Allerdings kann eine solche "virtuelle" Kommunikation nicht den persönlichen Kontakt ersetzen: ein direktes Treffen ist oft viel effektiver und sorgt auch für eine soziale Interaktion mit dem Gegenüber (die auch bei einem Videochat nicht 100%ig abgebildet werden kann).
Bezogen auf dien Homeoffice würde ich daher dazu tendieren, dass
a) nicht Telefon allein sondern in jedem Fall Videochat-Funktionen genutzt wedern (z.B. Microsoft Lync for Business, dass auf eigenen Servern gehostet werden kann und daher sehr sicher ist)
b) zusätzlich regelmäßige Vor-Ort-Meetings stattfinden, da persönlicher, direkter Kontakt auf die Dauer nicht durch virtuelle Lösungen ersetzt werden kann (wohl aber in vielen Standard-Situationen ausreichend ist).

Flexible Arbeitsmodelle

"Wie können wir Unternehmen dabei unterstützen, dass flexible Arbeitsmodelle ermöglicht und unterstützt werden?"

gute Idee, nur wenn man sich das Equipment anschaut mit dem teilweise vor Ort gearbeitet werden soll habe ich wenig Hoffung das für ein HO aktuelleres Gerät zur Verfügung steht (und dann haben wir noch das Thema schnelle Internet)
Dem kann ich mich voll und ganz anschließen! Setzt allerdings voraus, dass es am Homeoffice-Platz schnelles Internet gibt..womit wir wieder beim Problem mit dem Breitband-Ausbau im ländlichen Raum wären...
Eine einfache Möglichkeit: der öffentliche Dienst geht mit bestem Beispiel voran und schickt alle Mitarbeiter, bei denen es keine zwingende Präsenz geben muss, ins Home Office. Sicherlich kann es die Möglichkeit geben, freiwillig doch im Büro zu arbeiten. Aber die heutigen Mittel der Kommunikation sind soweit vorangeschritten, dass eine Zusammenarbeit - auch ohne sich gegenüber zu sitzen - problemlos möglich ist. Jeder moderne Mitarbeiter wird ein Telefon namens "Smartphone" vom Unternehmen zur Verfügung gestellt bekommen und mit einem Laptop mit Einbindung ins Firmen-/Ministeriums-/Behörden-/usw. Netz erhalten haben.
Telepresence, Unified Communcations, VoIP etc. sind da noch die kleinsten Schlagworte.

Sinnvoll wären etwa Regelungen wie in anderen Ländern der EU und Europas: Jede Stelle, bei der keine Umstände zwingend für Vorort-Tätigkeiten sprechen, kann (bzw. muss) ins Home Office verlegt werden.
Alleine das Umdenken und überwinden von "Tabu-Themen" wäre schon hilfreich, also eine öffentliche vorurteilsfreie Debatte über nehmen wie:
- Einem Mitarbeiter im Home Office kann man vertrauen - er arbeitet auch dort und meist sogar effizienter und mehr.
- Weg von der Päsenzkultur hin zur Ergebniskultur.
- Eine 30 Stunden Woche - wie in vielen Studien belegt - kann die Effizienz und Mitarbeitermotivation steigern. Darüber kann man offen diskutieren, ohne gleich die unterschwelligen Vorurteile einzubinden.
- Sogenannte "Teilzeit" sollte für alle möglich sein - und nicht immer nur den "Muttistempel" mit 3 Kindern und dem damit verbunden Karrieretod entsprechen.

Grenzziehungen zwischen Berufs- und Privatleben

"Wie können bei orts- und zeitflexiblem Arbeiten Grenzziehungen zwischen Berufs- und Privatleben erfolgen und somit gesunde Arbeitsbedingungen gewährleistet werden?"

Überwiegend nur durch Selbstdisziplin und die Erkenntnis man ist nicht unersetzlich

Unterstützungsangebote für Familien

"Welcher technischen Voraussetzungen bedarf es, dass Familien schnell und an allen Orten über mögliche Unterstützungsangebote informiert werden, auch in plötzlich auftretenden Bedarfsfällen?"

Es sollte im Idealfall eine zentrale Ansprechstation geben, die allerdings eine Kette nachweist vom Land zum Kreis zu den jeweiligen Gemeinden, die ähnlich aufgebaut ist wie beim Land.
Die Fragen und Wünsche werden an die betroffenen Stationen weitergeleitet und behandelt.