Bildung

Digitales Lehren und Lernen

Die Digitalisierung der Bildung bietet vielfältige neue Möglichkeiten teilzuhaben, mitzugestalten und kreativ zu sein. Diese Möglichkeiten gilt es, für das Lernen und Lehren aufzugreifen und zu nutzen, denn Digitale Bildung und der Erwerb digitaler Kompetenzen entscheiden verstärkt über Berufs- und Lebenschancen.


Unsere Schwerpunkte:

  • Die Landesregierung fördert die Entwicklung der Medienkompetenz der Kinder in Kindertagesstätten und Grundschulen.

  • Bis 2023 sollen alle Grundschulen mit einem Startpaket an Informations- und Kommunikationstechnik ausgestattet werden, um Schülerinnen und Schülern die notwendigen Kompetenzen zur Teilhabe an der digitalen Welt vermitteln zu können.

  • Die Landesregierung wird das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien in allen Fächern einbeziehen und digitale Kompetenzen fördern.

  • Bis 2023 werden alle rheinland-pfälzischen Lehrkräfte so aus-, fort- oder weitergebildet, dass sie ihren Schülerinnen und Schülern die Kompetenzen zur „Bildung in der digitalen Welt“ vermitteln können.

  • Bis zum Jahr 2021 steht allen rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schülern sowie allen Lehrkräften der „Schulcampus RLP“ zur Verfügung. Damit werden auch die Rahmenbedingungen für offene Bildungsmedien verbessert.

  • Stärkung der MINT-Förderung und des Faches Informatik durch die MINT-Initiative und eine Profilbildung der Schulen.

  • Die Landesregierung stärkt die Weiterbildungseinrichtungen und unterstützt die Fortentwicklung der digitalen Kompetenzen von Bürgerinnen und Bürgern.

  • Die Landesregierung wird den Ausbau von mobilem und flexiblem Lernen in digitalen oder digital angereicherten Kursformaten unterstützen.

  • Eine Qualifizierungsoffensive für Kursleitende und Programmverantwortliche sichert deren digitale Kompetenzen.


„Das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge machen wir zum Standard an jeder Bildungseinrichtung in unserem Land. Die Stärkung der Medienkompetenz und Medienbildung der Lernenden gehört für uns zu den zentralen Bildungsaufträgen des 21. Jahrhunderts.“

Digitale Bildung entscheidet

Digitale Bildung und der Erwerb digitaler Kompetenzen entscheiden zunehmend über Berufs- und Lebenschancen und sind Voraussetzung für eine selbstbestimmte und souveräne Teilhabe an einer digitalisierten Lebenswelt. Alle Lehrenden und Lernenden entlang der gesamten Bildungskette beim Erwerb und der Fortentwicklung dieser Kompetenzen zu unterstützen, ist ein zentrales Anliegen der Landesregierung und ein klarer Bildungsauftrag. Denn die Digitalisierung verändert nicht nur die Lebenswelt von Jung und Alt, sondern sie bietet auch vielfältige neue Möglichkeiten teilzuhaben, mitzugestalten und kreativ zu sein. Es gilt, diese Möglichkeiten aufzugreifen und zu nutzen. Das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien in der gesamten Bildungskette trägt zur qualitativen Weiterentwicklung und Veränderung des Bildungsprozesses bei. Dabei muss die Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in digitalen Lernumgebungen immer dem Primat der Pädagogik folgen und nicht umgekehrt. Die Landesregierung führt das seit zehn Jahren erfolgreiche Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ in eine neue Zeit.

Die Landesregierung fördert die Entwicklung der Medienkompetenz der Kinder in Kindertagesstätten.

„Bildung von Anfang an“ lautet ein Motto der Landesregierung. Mit der Bildung in Kindertagesstätten erhalten die Kinder die Basis ihrer Kompetenzen für die Teilhabe an der digitalen Welt. Die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz formulieren die Ziele, Kinder auf den souveränen Umgang mit Medien vorzubereiten und ihnen eine altersgemäße Mediennutzung zu vermitteln. Ausgebaut werden die schon jetzt zahlreichen Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher mit Beispielen, wie der Umgang mit digitalen Medien in den Kindertagesstätten stärker und pädagogisch sinnvoll verankert werden kann.

Das Land unterstützt die Arbeit mit digitalen Medien in Kindertagesstätten durch die Einrichtung von weiteren Konsultationskindertagesstätten.

Zum vierten Mal hat das Land Rheinland-Pfalz sogenannte Konsultationskindertagesstätten benannt. Neun Kindertagesstätten, die sich zuvor zu einem spezifischen Schwerpunkt beworben haben, wurden für jeweils drei Jahre ausgewählt und erhalten vom Land bis zu 15.000 Euro pro Jahr für die Durchführung der Konsultationsarbeit. Aufgabe der Konsultationskindertagesstätten ist es, anderen Kindertagesstätten, Trägern, Eltern, Fachschulen und weiteren Interessierten die Arbeit in ihrem Schwerpunkt nahe zu bringen und Anregungen für die ganz konkrete Umsetzung des jeweiligen Schwerpunktes im Sinne des Lernens von der Praxis zu geben. Einer der vorgegebenen Schwerpunkte ist der Einsatz digitaler Medien in der Kita. Zwei der neun Konsultationskindertagesstätten wurden zu diesem Schwerpunkt ausgewählt.


„Medien sind Teil des kindlichen Alltags und müssen deshalb auch in der frühkindlichen Erziehung und Bildung adäquat und altersgerecht angesprochen werden. Neben Bauecke, Sandkasten, Kletterpfad, Singen, Kochen usw. sollten Kinder Gelegenheit haben, ihre Fernseh- und Medienerfahrungen ‚loszuwerden‘ und zu verarbeiten. Und Regeln einüben zum sinnvollen und begrenzten Umgang mit Medien in der Kita. Dafür gibt es viele gute Projekte, Methoden und Konzepte. Man muss den Erzieher / -innen den Mehrwert aufzeigen und ihnen die Angst nehmen, dass sie das nicht bewältigen könnten.“

Die Landesregierung fördert die Entwicklung der Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler in Grundschulen.

Das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge soll nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit im Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ auch an allen Grundschulen schrittweise eingeführt werden. Neue Unterrichts- und Arbeitsformen in der Schule eröffnen neue Möglichkeiten des individualisierten und selbstgesteuerten Lernens und darüber hinaus zusätzliche Möglichkeiten, das gemeinsame Arbeiten und die Kreativität zu unterstützen. Zur Dokumentation der Kompetenzen erhält jede Schülerin und jeder Schüler ein Exemplar des MedienkomP@ss in gedruckter oder digitaler Form.

Bis zum Jahr 2023 sollen alle Grundschulen mit einem Startpaket an Informations- und Kommunikationstechnik ausgestattet werden, so dass sie ihren Schülerinnen und Schülern die notwendigen Kompetenzen zur Teilhabe an der digitalen Welt vermitteln können.

So können die Grundschulen eigene Lernszenarien für ein schülerorientiertes, selbstgesteuertes und individuelles Lernen mit digitalen Medien entwickeln und erproben.


„Medienkompetenz macht Schule" in Zahlen

  • 10 Projektschulen 2007 gestartet
  • 580 weiterführende Schulen bis 2017
  • 13.000 Notebooks und Tablets
  • 1.500 interaktive Whiteboards
  • 22 Millionen Euro Fördersumme
  • 75.000 Teilnahmen an Lehrkräftefortbildungen
  • 2.900 Jugendmedienschutzbeauftragte ausgebildet
  • 2.500 Schülerinnen und Schüler zu Medienscouts ausgebildet

 


Die Landesregierung wird das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien in allen Fächern einbeziehen und digitale Kompetenzen fördern.

Digitale Bildung in der Schule verknüpft Konzepte und Kompetenzen der Medienbildung und der informatischen Bildung. Digitale Kompetenzen umfassen die Bereiche der Informations-, Kommunikations- und Medienkompetenz. Die Landesregierung wird daher digitale Kompetenzen in alle Lehr- und Bildungspläne sowie Rahmenpläne als integrativen Teil der Fachcurricula aller Fächer einbeziehen. Die Kompetenzen zur Bildung in der digitalen Welt werden in Rheinland-Pfalz in allen Unterrichtsfächern fachspezifisch vermittelt. Dazu sollen die Lehrpläne sukzessive online zur Verfügung gestellt werden – zusammen mit Hinweisen zur Umsetzung sowie Verknüpfungen zu entsprechenden Lehr- und Lernmaterialien zur Vermittlung der Kompetenzen. Damit setzt das Land die Vorgaben der Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ um.

Bis zum Jahr 2023 werden alle rheinland-pfälzischen Lehrkräfte so aus-, fort- oder weitergebildet, dass sie ihren Schülerinnen und Schülern die Kompetenzen zur „Bildung in der digitalen Welt“ vermitteln können.

Dies betrifft neben der Ausbildung neuer Lehrkräfte an Universitäten und Studienseminaren besonders die Fort- und Weiterbildung der über 40.000 im Dienst befindlichen Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz. Hierzu werden entsprechende Blended-Learning-Formate, das heißt, eine Kombination aus Online- und Offline-Elementen, entwickelt und eingesetzt. Die bereits verpflichtenden Module zur Medienbildung werden überarbeitet. Die Lehrkräfte sollen bei der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in digitalen Lernumgebungen durch Fortbildungen und Informationsveranstaltungen unterstützt werden.


„In der Lehrerausbildung muss verpflichtend mit digitalen Medien gearbeitet werden mit entsprechenden Lernmodulen. Ich unterstütze die Forderung, dass fachliche Experten diese Ausbildung begleiten müssen. Wichtig ist es, die jetzt schon unterrichtenden Lehrer in überzeugender Weise aufzufordern, sich fächerübergreifend an der digitalen Ausrichtung des Unterrichtes zu beteiligen. Weiterbildung muss verpflichtend sein und gegebenenfalls Anreize bieten, um diese wahrzunehmen.“

Bis zum Jahr 2021 steht allen rheinland-pfälzischen Schülerinnen und Schülern sowie allen Lehrkräften der „Schulcampus RLP“ zur Verfügung. Damit werden auch die Rahmenbedingungen für offene Bildungsmedien (Open Educational Resources, OER) verbessert.

Der „Schulcampus RLP“ ist ein einheitliches, einfach bedienbares, orts- und zeitunabhängig nutzbares Online-Portal. Er bietet einfache Zugriffsmöglichkeiten auf Dienste zur Zusammenarbeit im Rahmen des Unterrichts, wie zum Beispiel eine zentrale Dateiablage mit Such- und Tauschfunktionen (Cloud) und ein E-Mail-Postfach für Lehrkräfte. Für den Einsatz digitaler, inklusionsfördernder Lehr- und Lernmittel wird das Land Rheinland-Pfalz die bestehende Infrastruktur und das System der Schulbuchausleihe anpassen.

Die Landesregierung unterstützt die Lehrkräftekollegien bei der Digitalisierung.

Das Kollegium soll bei der Umsetzung der Bildung in der digitalen Welt an jeder Schule durch eine pädagogische Koordination unterstützt werden. Außerdem werden im Rahmen von „Medienkompetenz macht Schule“ die Schulen weiterhin bei der Anschaffung von Hardware, beim Ausbau von Schulnetzwerken mit LAN und WLAN und bei der Umsetzung von BYOD-Konzepten (Bring Your Own Device) unterstützt. Darüber hinaus sollen die vorhandenen pädagogischen und technischen Unterstützungssysteme für Schulen (Medienzentren, Mediendistributionsportale, Lernplattformen, Anwendungsbetreuung) in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Schulträgern weiterentwickelt werden. Für den Einsatz digitaler Medien im Unterricht ist der Ausbau der Breitbandinfrastruktur unverzichtbar. Das Land Rheinland-Pfalz koordiniert in Zusammenarbeit mit den Schulträgern und dem Bund diesen Prozess und finanziert den notwendigen Landesanteil.


„Digitale Lehr- und Lernmittel müssten einfach verfügbar sein und gegenüber anderen Lehr- und Lernmitteln einen Vorteil bieten, sodass sie von Lehrerinnen und Lehrern gerne genutzt werden und damit Teil der täglichen Unterrichtspraxis werden. Das gilt für Hardware (inklusive IT-Support) und für Software, die noch nicht für alle Fächer verfügbar ist.“

Stärkung der MINT-Förderung und des Faches Informatik durch die MINT-Initiative und eine Profilbildung der Schulen.

Um dem steigenden Bedarf nach Fachkräften im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gerecht zu werden, prüft das Land Rheinland-Pfalz eine neue Profilsetzung für Schulen im Bereich Informatik. An diesen Schulen soll Informatik bereits ab der Orientierungsstufe angeboten werden und einen besonderen Stellenwert einnehmen. Flankierend dazu wird mit der MINT-Initiative des Ministeriums für Bildung „Entdecken – Entwickeln – Zukunft gestalten“ eine Gesamtstrategie für eine passgenaue MINT-Förderung entlang der Bildungskette für alle Regionen in Rheinland-Pfalz entwickelt.

Kinder und Jugendliche sollen frühzeitig und nachhaltig für MINT begeistert werden, mehr Jugendliche und insbesondere Mädchen sollen für MINT-Berufe oder Studiengänge gewonnen werden sowie Einblicke in die Praxis erhalten.

Als wichtigste Maßnahme der MINT-Initiative wird die Entwicklung von MINT-Regionen vorangetrieben, in denen die unterschiedlichen Akteure vor Ort – Kitas, Schulen, Hochschulen und Forschungsinstitute, Unternehmen und Verbände, Stiftungen und Vereine, Politik und Verwaltung – ihre Aktivitäten zur MINT-Nachwuchsförderung koordinieren. Um MINT-Regionen in Rheinland-Pfalz zu fördern, werden die Ministerien für Bildung, für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sowie für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau einen MINT-Regionen-Förderwettbewerb ins Leben rufen, der von 2018 bis 2021 jährlich zwei Siegerregionen mit bis zu 30.000 Euro unterstützen wird. Zur Begleitung, Unterstützung und Beratung haben die kooperierenden Ministerien eine MINT-Geschäftsstelle des Landes eingerichtet, die am 1. April 2018 ihre Arbeit aufgenommen hat.


„Wir wollen Rheinland-Pfalz zu einem starken MINT-Land machen. Von der Kita bis zum Übergang in Studium und Beruf werden wir Kinder und Jugendliche für die MINT-Fächer begeistern.“

Die Landesregierung stärkt die Weiterbildungseinrichtungen und unterstützt eine stärkere Verankerung von Formaten und Lerninhalten zur Stärkung der digitalen Kompetenzen von Bürgerinnen und Bürgern.

Gerade auch im digitalen Wandel bedeutet Lernen lebenslanges Lernen. Die allgemeine, gemeinwohlorientierte Weiterbildung mit ihren Bildungsangeboten für Menschen aller Altersklassen und (Bildungs-)Hintergründe hat deshalb im Hinblick auf Chancengleichheit und Teilhabe am digitalen Wandel eine zentrale Bedeutung. Durch Angebote zur Stärkung der digitalen Kompetenzen, das heißt, Anwendungs-, Orientierungs- und Bewertungskompetenzen, werden Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützt, die Möglichkeiten der digitalen Techniken in allen Lebenssituationen, vom Alltag bis zum Beruf, nutzen und die Risiken bewerten zu können.

Die Landesregierung wird den Ausbau von mobilem und flexiblem Lernen in digitalen oder digital angereicherten Kursformaten unterstützen.

Für die Erwachsenenbildung stellt sich die Herausforderung, den Bürgerinnen und Bürgern moderne Weiterbildungen anzubieten, die die Chancen der Digitalisierung nutzen und zielgruppengerecht und passgenau zugeschnitten sind. Deshalb soll der Ausbau digitaler und digital angereicherter Weiterbildungsangebote für erwachsene Bürgerinnen und Bürger sukzessive unterstützt werden. So werden die räumliche und zeitliche Flexibilität der Kursteilnehmenden durch Online-Formate erhöht und damit neue Zielgruppen für die Weiterbildung erschlossen. Zum Beispiel für Bürgerinnen und Bürger aus dem ländlichen Raum, für ältere Menschen oder auch für bildungsbenachteiligte Gruppen eröffnet dies eine große Chance der Teilhabe. Auch das Lernen vor Ort und in kombinierten Formen von Präsenz und Online wird verbessert, die Medienkompetenz der Teilnehmenden gestärkt und individuelle Lernprozesse können noch gezielter unterstützt werden.

Eine Qualifizierungsoffensive für Kursleitende und Programmverantwortliche sichert deren digitale Kompetenzen. Die Landesregierung will allen Bürgerinnen und Bürgern Teilhabe ermöglichen und einer Spaltung in „Onliner“ und „Offliner“ entgegenwirken.

Deshalb stellt auch die Integration digitaler Lernsettings in die Bildungspraxis neue Anforderungen an die Professionalisierung der Lehrkräfte in der Weiterbildung. Sie setzt entsprechende Kompetenzen der Verantwortlichen in den Bildungseinrichtungen voraus. Eine Qualifizierungsoffensive zur Fortbildung der Entscheidungsträger, Mitarbeitenden sowie der Kursleiterinnen und Kursleiter soll diese Kompetenzen sicherstellen und deren Aktualisierung gewährleisten.

Durch Beratung und Qualifizierung werden Organisationsentwicklungsprozesse in den Weiterbildungseinrichtungen gestärkt.

Der digitale Wandel verändert Weiterbildungseinrichtungen grundlegend. Neben den Lernformaten ändern sich auch die Anforderungen an die Kunden- und Verwaltungsabläufe in den Weiterbildungseinrichtungen. Das betrifft vor allem Erwartungen an den Datenschutz und die Datensicherheit sowie die Erstellung, Bewertung und Auswahl von digitalen Materialien (OER). Die Entwicklung einer Digitalstrategie und digitaler Geschäftsmodelle in den Organisationen, die diesen Anforderungen gerecht wird, soll durch Beratung und Qualifizierung unterstützt werden. Dies ist auch mit einem personellen Mehraufwand („Digitalbeauftragte“) verbunden, der mitgetragen werden soll.

Eine moderne Infrastruktur wird als Grundvoraussetzung für digitale Lernangebote unterstützt.

Der Ausbau neuer digitaler bzw. digital angereicherter Lernformate setzt eine entsprechende infrastrukturelle Ausstattung in den Weiterbildungseinrichtungen voraus. Bildungseinrichtungen benötigen dazu sowohl ein leistungsstarkes WLAN als auch eine entsprechende technische Ausstattung in den Unterrichtsräumen, die im Rahmen der Entwicklung einer Digitalstrategie in den Weiterbildungseinrichtungen unterstützt werden soll.


„Wissen und ständiges Lernen wird im Zeitalter der Digitalisierung wichtiger als jemals zuvor. Nur wer die digitale Technik nutzen kann, profitiert von ihr, alle anderen sind ausgeschlossen.“

Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz etabliert Projekte zur Förderung von Medienkompetenz.

Vermittlung von Medienkompetenz ist politische Bildung. Die Digitalisierung bringt einen Strukturwandel von Gesellschaft und Öffentlichkeit mit sich, dessen Auswirkungen auf das demokratische Zusammenleben rege diskutiert werden. Die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz wird daher 2018 eine Konferenz zum Thema „Strukturwandel der Öffentlichkeit – Massenmedien, Social Media und Politik“ durchführen. Dabei wird es um die Frage gehen: Wie verändert die Digitalisierung politische Prozesse und wie wirkt sich das auf die Demokratie aus? Aus den Ergebnissen wird die Landeszentrale für politische Bildung weitere konkrete Handlungsfelder für ihre Arbeit ableiten.

Die Landesregierung kümmert sich um Jugendschutz und digitale Souveränität

Für Kinder und Jugendliche hat die Digitalisierung einen hohen Stellenwert. Die rasanten Entwicklungen stellen Herausforderungen an Staat, Eltern, Fachkräfte und Unternehmen im Verhältnis von Befähigung, Schutz und Kontrolle. Es darf nicht nur Aufgabe des Jugendschutzes sein, Gefahren im Internet zu minimieren, sondern es müssen junge Menschen in ihrer digitalen Kompetenz gestärkt werden. Die Landesregierung setzt sich für einen zeitgemäßen Jugendschutz ein. Zur Einhaltung des Jugendschutzes im Internet haben die Obersten Landesjugendbehörden im Jahr 1997 die länderübergreifende Stelle „jugendschutz.net“ gegründet. Die Stelle unterstützt die Obersten Landesjugendbehörden bei allen Belangen im Bereich Jugendschutz und bei aktuellen Fragestellungen wie beispielsweise „Hate Speech“, „Fake News“, politisch motiviertem Extremismus oder Selbstgefährdungen sowohl durch Recherchearbeiten als auch im Bereich der Prävention. In der außerschulischen Jugendmedienarbeit arbeitet die Landesregierung seit Jahren vertrauensvoll mit „medienundbildung.com“ und „medien.rlp – Institut für Medien und Pädagogik e. V.“ zusammen, welches das Jugendministerium institutionell und projektbezogen fördert. Im Bereich der Medienpädagogik werden von „medien.rlp“ u. a. Projekte angeboten wie „lokal global“, ein Projekt in dem Einrichtungen der Jugendarbeit mobile Internetcafés ausleihen können oder „DiG.iT – Digitale Medienproduktion in der Jugendarbeit“, in dem Jugendliche selbst Filme produzieren.


Hier finden Sie die Strategie für das Digitale Leben: PDF-Download (5MB)


Beiträge des bisherigen Digital-Dialogs


Digitale Medien in Kindertagesstätten

"Wie kann ein sinnvoller Einsatz von digitalen Medien in Kindertagesstätten aussehen?"

Der sinnvolle Einsatz beginnt bereits damit, dass man erklärt, wie digitale Medien funktionieren und frühzeitig damit anfängt, welche Risiken mit ihnen, neben den Vorteilen, verbunden sind.

Die Problematik bzgl. Mediensucht ist nämlich darauf zurückzuführen, dass Bildungseinrichtungen ihrer Informations- bzw. Vorbereitungsrolle komplett vernachlässigt und die Kinder mit der digitalen Technik allein gelassen haben und damit auch mit den Risiken.
So: Keine einsetzen.
Da wir darauf schimpfen, daß Kinder nicht mehr auf Bäume klettern, im Wald spielen oder Steine in Bäche werfen, bin ich der Meinung, daß digitale Medien in den grundlegenden Bildungsstätten nichts zu suchen haben. Gerade in den Kindertagesstätten/ Kindergärten, u. s. w. sollte auf digitale Medien verzichtet werden.
Zudem bin ich der Meinung, daß der Wahrheitsgehalt dieser Medien nicht prüfbar ist. Nur weil Medium A sagt, das ist so, und Medium B nicht als wahrheitsgemäße Quelle gilt, bedeutet das nicht, daß dem auch so ist. Wer legt fest, welche Quelle "die Wahrheit" sagt?
Außerdem kosten digitale Medien meiner Meinung nach Arbeitsplätze. Wenn diese Medien "ihr" Wissen weitergeben, wozu sind dann noch die "Erzieher und Lehrer" notwendig?
Alleine durch alltägliche Situationen kommen Kinder mit digitalen Medien ausreichend in Berührung. Welche sie davon nutzen, bleibt dann deren freie Entscheidung. Und wenn dieses Medien dann genutzt werden, besteht auch ein Interesse der Kinder daran den Umgang mit diesem Medium zu erlernen bzw. vertiefen.
seh ich genauso...
Medien sind Teil des kindlichen Alltags und müssen deshalb auch in der frühkindlichen Erziehung und Bildung adäquat und altersgerecht angesprochen werden. Neben Bauecke, Sandkasten, Kletterpfad, Singen, Kochen usw. sollten Kinder Gelegenheit haben, ihre Fernseh- und Medienerfahrungen "loszuwerden" und zu verarbeiten. Und Regeln einüben zum sinnvollen und begrenzten Umgang mit Medien in der Kita. Dafür gibt es viele gute Projekte, Methoden und Konzepte. Man muss den Erzieher/innen den Mehrwert aufzeigen und ihnen die Angst nehmen, dass sie das nicht bewältigen könnten...
Da Kinder quasi schon von Geburt an mit neuen Medien konfrontiert sind und allein durch zusehen diverse Funktionen und Gestiken (z.B. Touchscreen) erlernen halte ich es für fatal, hier ein Mindestalter festzusetzen. Medienpädagogik muss in der Kita beginnen!
Der sinnvolle Einsatz beginnt bereits damit, dass man erklärt, wie digitale Medien funktionieren und frühzeitig damit anfängt, welche Risiken mit ihnen, neben den Vorteilen, verbunden sind.

Die Problematik bzgl. Mediensucht ist nämlich darauf zurückzuführen, dass Bildungseinrichtungen ihrer Informations- bzw. Vorbereitungsrolle komplett vernachlässigt und die Kinder mit der digitalen Technik allein gelassen haben und damit auch mit den Risiken.

Unterstützung von Eltern

"Wie können Eltern im Kontext des Einsatzes und der Nutzung von digitalen Medien in der Kindertagesstätte und zu Hause unterstützt werden?"

Ein verpflichtender Handyführerschein für jeden Erzeihungsberechtigten, der Wissen und Kompetenz im Datenschutz und Datensicherheit abfragt. Ohne diesen Führerschein kann man kein Handy kaufen.
Im Rahmen von Elternabende, Elterngesprächen, beim Tag de Offenen Tür und durch Präsentation von Medienprodukten ihrer Kinder können Eltern über einen altersgerechten Umgang, der Kreativität statt passiven Konsum fördert, informiert werden. Erzieher/innen sollten mit Eltern über Medienregeln zu Hause sprechen und koordiniert handeln.
Eltern sollten darüber informiert werden, welche digitalen Medien in der jeweiligen Kindertagesstätte verwendet werden, um diese auch zu Hause aufzugreifen, um ihre Kinder auch unabhängig von der Zeit in der Kindertagesstätte, in der digitalen Welt entsprechend zu begleiten.

Veränderte Unterrichts- und Arbeitsformen

"Wie können veränderte Unterrichts- und Arbeitsformen mit digitalen Lehr- und Lernmitteln einen Beitrag zum individualisierten, inklusiven und selbstgesteuerten Lernen leisten?"

In einem Moodle-Kurs können die Teilnehmenden selbst bestimmen, wann und wo sie lernen. Individuell können Themen vertieft und wiederholt werden.
In der Lehrerausbildung sind wir bestrebt, die jungen Kolleginnen und Kollegen mit nachhaltig lernwirksamen Formen des Klassenunterrichts und des Individualisierten Lernens vertraut zu machen. Gerade das kompetenzorientierte Lernen kann durch digitale Infrastrukturen mit passenden Instrumenten heute besser unterstützt werden, als dies bisher möglich war. Hier lohnen Blicke nach Österreich (ecool), Baden-Würtemberg (Dakora) oder auch Kassel (Oskar-von-Miller-Schule mit eLove-Vet). Die Instrumente basieren auf moodle, was auch in RLP eingeführt ist. Sie setzen aber auf anwenderfreundlichere Arbeitsoberflächen und die Nutzbarkeit für die SuS mit Smartphones. Vor dem Start muss aber an jeder Schule ein stabiles und sicheres WLAN laufen und bring your own device (BYOD) etabliert sein. Parallel dazu wird die Plattform (z.B. moodle mit exabis und entsprechender APP) auf dem Bildungsserver aufgesetzt. Auf solch einer infrastrukturell leistungsfähigen und leicht zugänglichen Grundlage können methodische Kreativität für schülerorientierte Lernformen gedeihen. Für den Aufbau dieser Strukturen an den Schulen braucht es regionale Lösungen, für die Ressourcen bereit gestellt werden. Zentrale Ansätze zur Förderung individualisierten Lernens gehen oft am pädagogischen und infrastrukturellen Schulentwicklungsprozess der Schulen vorbei und wären daher ein Widerspruch in sich. Letztendlich kann die Bildungspolitik nur für das Ziel und die Nutzung der Mittel werben, dabei unterstützen und die alltäglichen Hürden bei der Nutzung gering halten, um unnötige Frustration zu vermeiden. Das kostet viel Geld. Aus meiner Sicht ist die Anschaffung von Endgeräten durch Schulträger oder das BM (Tablets, Laptops, etc.) ein nicht finanzierbarer Weg, der in eine Sackgasse führt. Hier ließe sich sicherlich etwas sparen.
Die mit der Digitalisierung möglichen Lernvorteile bieten große Chancen insbesondere auch für die individuelle Förderung von Schülern und Schülerinnen. Systemgesteuerte aber doch von Lehrkräften kontrollierte Arbeitsfortschritte einzelner Schüler bieten ebenfalls sytemgesteuerte Differenzierungsmöglichkeiten von nachfolgenden Aufgabenstellungen hinsichtlich Komplexität und Schwierigkeitsgrad. Die Nutzung dieser Chancen müssen in IT-Applikationen und im Unterrichtsablauf verankert werden, damit dem Gedanken des individualisierten und selbstgesteuerten Lernens auch Rechnung getragen wird.
Wichtig ist auch der gesteuerte Einkauf von Technik und Software. Es macht wenig Sinn, z.B. Präsentationssoftware wie z.B. Powerpoint über iPad oder Smartboard zu vermitteln.
Durch Einsatz von Tablets, Smartphones können innerhalb einer Klasse individuelle Aufgabentypen nach Lernstand der Schüler und Schülerinnen abgefragt werden. Dies sind auch die Erfordernisse für inklusive Unterrichtsführung. Allerdings impliziert dies eine didaktisch und pädagogisch gut vorbereitete Lerneinheiten. Entsprechende Software/Apps können so ausgerichtet sein, dass die SuS direkt ihren Lernerfolg sehen. In den Bereichen, wo Lücken sichtbar werden, können links zur nochmaligen Vertiefung des Themas abgerufen werden. Somit kann der Schüler selbstgesteuertes Lernen nutzen. In diesem digitalen, interaktiven Umfeld wird sich die Rolle des Lehrers gravierend wandeln.
Durch Moodle-Kurse werden die Präsenzkurse der Volkshochschulen erweitert. Die Teilnehmer/innen erhalten Aufgaben, um ihr Wissen zu vertiefen, Anregungen, wo sie im Web weitere Informationen und Erklärvideos zum Thema finden und haben die Möglichkeit, in Foren sich mit anderen Teilnehmer/innen auszutauschen. Spezifische Interessenslagen werden auf diese Weise zusammen gebracht und gefördert.
Digitalisierung in der Schule ist mehr als Social-Media oder die Frage nach der Digitalisierung von Lehr-/Lernmitteln bzw. Unterrichtsmethoden. Es ist ebenfalls ein wichtiger Unterrichtsgegenstand, der einer kritischen aber nicht automatisch ablehnenden Auseinandersetzung bedarf. Wir müssen uns jetzt und zügig Gedanken machen, wie wir diesen Umstand in der Curricularen-Entwicklung aufgreifen. Dazu sollten, wie auch Frau Schittek obenstehend bereits andeutet, existierende Expertise genutzt werden.
Die Vermittlung von Wissen mithilfe digitaler Inhalte ermöglicht aufgrund der eigentlichen Kerneigenschaft des digitalen, nämlich der Interaktivität, eine Vielzahl von Möglichkeiten Wissen den Lernenden näherzubringen.

Oft wird digitale Bildung mit analogen/statischen Arbeitsblättern, die online verfügbar sind, in Verbindung gebracht oder mit Lernvideos, die nur eine passive Wissensvermittlung ermöglichen.

Leider hat dies nichts mit digitaler Bildung zu tun und deshalb wird oft gesagt, dass das Digitale gegenüber dem Herkömmlichen/Bewährtem keine Vorteile hätte.

Ein wesentlicher Vorteil digitaler Materialien im Vergleich zu analogen ist, dass sie nicht statisch sind, sondern von jedem verändert werden können. Digitale Lehr- und Lernmaterialien fördern somit eine aktive und kreative Auseinandersetzung mit dem Inhalt und ermöglichen somit individualisiertes, inklusives und selbstgesteuertes Lernen.
Prinzipiell geben ich Ihnen recht. Ich glaube aber nicht, dass es nötig ist alle Schülerinnen mit Tablets auszustatten, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, zum einen mit ihren Geräten in den Bildungsstätten ins Internet zu gehen (bring your own device) und zum anderen ihre Dienste (cloud-dienst, Soziale Netzwerke etc.) in der Einrichtung sicher nutzen zu können.

Um ein mobiles Gerät sinnvoll für das mobile Lernen zu nutzen, muss es ein Alltagsbegleiter sein, den man immer dabei hat und mit dem man sich selber auch identifizieren kann. Ein Tablet - wenn es denn überhaupt aus der Schule mitgenommen werden darf - ist im Alltag außerhalb der Schule unpraktisch. In der Schule wäre hingegen ein Laptop effektiver als ein Tablet, da man mit der Tastatur noch immer besser arbeiten kann. Dieser kann von der Schule bereit gestellt werden, wenn die Schüler/innen auf die Daten und Dienste zugreifen können, die sie auch auf ihrem Smartphone nutzen.

Beim Thema Datenschutz gebe ich ihnen Recht. Dabei dürfen wir aber nicht nur auf Facebook, google und Co. schauen, sondern vor allem auf den Datenschutz in den Bildungseinrichtungen. All zu oft wird hier aus dem Sicherheitsbedürfnis der IT-Verantwortlichen mehr Wert auf die Überwachung der Schüler/innen, als auf deren Daten- und Persönlichkeitsschutz gelegt.
Es gibt hier mehr als genügend konkrete Szenarien - fragen Sie bei Ihren Experten im Land nach! Sie haben ein Pädagogisches LAndesinstitut, in dem gebündelte Fachkompetenz zu dieser Frage sitzt und erprobte Modelle kennt. Diese Frage muss nicht mehr allgemein gestellt werden!
Die Frage wäre vielleicht anders zu formulieren: Wie kann man die Beteiligten überzeugen, dass sie einsehen, dass das der Fall ist? Denn es gibt schon viele Lehrer, auch außerhalb des mir etwas abgeschottet erscheinenden PL, genügend Lehrer die digitale Medien in dieser Weise nutzen.
Dazu gehören natürlich die richtigen Voraussetzungen, wie eine gute digitale Infrastruktur, die viele Möglichkeiten bietet, Angebote zur Fortbildung und vielleicht auch ein wenig Druck von "oben". Bisher werden die meisten Lehrer davon verschont mit der Digitalisierung der Lehre zu beschäftigen. Das könnte natürlich auch daher kommen, dass von Seiten der Landesregierung klar ist, dass viele Lehrer mit den sowieso zu vielen Aufgaben nicht wirklich mehr Zeit haben (wollen) sich damit zu beschäftigen. Wer mehr Zeit investiert arbeitet entweder fürs PL oder reduziert die Stelle.

Optimal für eine Zeitersparnis ist eine verstärkt betriebene Austauschpraxis der erstellen Unterrichtsmaterialien. So wurde schon von Speziallisten schon andiskutiert, ob man für die Organsation des Austauschs vielleicht auch Hauptberufliche Mitarbeiter braucht, die Materialien kategorisieren, mit Stichwörter versehen und damit auffindbar machen.

Nutzung digitaler Lehr- und Lernmittel

"Wie kann es gelingen, die Nutzung digitaler Lehr- und Lernmittel und die Fortentwicklung digitaler Kompetenzen tägliche Unterrichtspraxis werden zu lassen?"

Digitale Lehr- und Lernmittel müssten einfach verfügbar sein und gegenüber anderen Lehr- und Lernmitteln einen Vorteil bieten, sodass sie von Lehrern gerne genutzt werden und damit teil der täglichen Unterrichtspraxis werden. Das gilt für Hardware (inkl. IT-Support) und für Software, die noch nicht für alle Fächer verfügbar ist.
Ist das denn sinnvoll? Warum soll Digitales im Unterricht alltäglich sein?
Bisher fehlt ein durchgängiger IT-Support. Dieser wird z.T. von engagierten Hausmeistern, dem Freund der Lehrerin oder IT-affinen Eltern erbracht. Dies sollte anders und verbindlich geregelt werden, so dass es nicht dem Zufall überlassen ist, in welcher Schule etwas funktioniert oder auch nicht. Als Rückmeldung auf Elternseite haben wir auch rückgemeldet bekommen, dass die Software für die Installation von Apps z.T. sehr kompliziert ist aber trotzdem zum Einsatz kommt. Es sollte eine Positivliste geprüfte Apps (z.B. Apps die keine Werbung enthalten) den Lehrer zur Verfügung gestellt werden, die sie unbedenklich nutzen können.
Durch die Digitalisierung sollen neue Kompetenzen erlernt werden. Dies kann und sollte nicht ausschließlich ein „Mehr“ an Lerninhalten sein. Es ist ernsthaft die Frage zu stellen, welche Lerninhalte als Kompensation im Lehrplan dafür gestrichen werden. Sonst ist doch klar, dass alles weniger intensiv gelehrt wird.
Für die Vermittlung von digitalen Lerninhalten ist es von großer Bedeutung, dass diese insbesondere anhand von Praxisbeispielen vermittelt werden. Im Gegenzug dazu sind heutigen Rahmenlehrpläne eher an Kompetenzen orientiert. Es kann und sollte nicht die alleinige Aufgabe der Lehrer vor Ort sein, sich praxisorientierte Beispiele auszudenken und darüber die digitalen Lehrinhalte zu vermitteln. Dies auch deshalb, weil die Lehrkräfte mit den digitalen Lehrinhalten und Möglichkeiten selber noch nicht ausreichend vertraut sind und den Transfer in die praktische Anwendung derzeit überhaupt nicht leisten können.
Es müssen Arbeitsgruppen gebildet werden, die einen Transfer von digitalen Lernmöglichkeiten in praxisorientierte Anwendungsbeispiele herstellen. Moderatoren mit Herkunft aus der Sekundarstufe 1 und Einsatz im Grundschulbereich werden sicherlich nicht die passenden Beispiele für den Primarbereich produzieren
Für die Lehrkräfte müssen verbindliche Rahmenbedingungen gegeben sein, die den Einsatz digitaler Lehr- und Lernmittel problemlos und anwenderfreundlich ermöglichen. Fort- und Weiterbildungen als verpflichtender Bestandteil in gewissen Zeitschienen für die Lehrenden sind vorzugeben. Die Nutzung und die Verpflichtung digitaler Lehr- und Lernmittel sollten Bezug zu praxisrelevanten Themenbereichen aufbauen.
Die Schaffung offener und freier digitaler Schulbücher für alle Schulfächer von Praktikern für Praktiker unterstützt durch das PL wäre, als Ergänzung oder als Alternative zu den vorhanden Schulbüchern, eine wirkliche Bereicherung. Im Bereich Informatik strahlt aus meiner Sicht das landeseigene digitale Schulbuch www.inf-schule.de wie ein Leuchtturm weit über die Landesgrenzen hinaus.
Aus meiner Sicht sollte die Grundlage des Unterrichts - also die Lehr- und Rahmenpläne - in digitaler Form bereitgestellt werden. Es ist nicht zeitgemäß, dass Lehrer Papier- oder PDF Versionen des Lehrplans nutzen müssen, die nur bedingt filterbar sind. Hier wird ein onlinebasiertes System gebraucht, in dem die Lehrpläne zentral hinterlegt sind und entsprechendes Unterrichtsmaterial (z. B. aus OMEGA) direkt mit den einzelnen Bausteinen der Lehr- Rahmenpläne verknüpft sind.
Diese könnten dann auch viel schneller auf den neusten Stand gebracht werden. In der Praxis wird leider oft mit Papierversionen gearbeitet, die nicht der aktuellen Version der Lehr- und Rahmenpläne entsprechen.
Im Moment liegen die Materialien z. B. auf OMEGA oder Moodle, die Lehrpläne irgendwo auf dem Bildungsserver ohne eine direkte Verknüpfung. Für jede Plattform gibt es einen eigenen Login / eine eigene Suchfunktion. Das ist nicht zweckmäßig und die Akzeptanz dementsprechend gering.

Ich glaube, dass eine digitale Bereitstellung der Lehr- und Rahmenpläne mit verknüpftem (digitalen) Material dazu führen würde, dass diese Materialien dann auch von den Lehrern im Unterricht eingesetzt werden. Zentral dabei ist, dass das Benutzerinterface an den Einsatz im Schulalltag angepasst ist.

Diesen Ansatz (digitaler Lehrplan mit Materialanlage) habe ich über vier Jahre als Leiter einer Laptopklasse erprobt und eine entsprechende Plattform "curriculum" entwickelt. Mit dieser Plattform konnten zudem die Lernstände der einzelnen Schüler dokumentiert und zertifiziert werden, so dass Lehrer, Schüler und Eltern zu jedem Zeitpunkt den individuellen Lern- / Kompetenzstand einsehen konnten.

Inzwischen wird diese Plattform zur Zertifizierung des digitalen MedienkomP@ss RheinlandPfalz und in Baden-Württemberg für das Basiscurriculum Medienbildung erprobt.
Vielen Dank für Ihren Beitrag!
Die regelmäßige Nutzung digitaler Lehr- und Lernmittel kann nur stattfinden, wenn in der Praxis, also in den Schulen, für diesen Bereich auch eine IT Stelle verfügbar ist. Jeden Tag können wir in der Schule sehen, dass die Lehrer und natürlich auch die Schüler gewillt sind digitale Medien einzusetzen, aber die Hardware teilweise nicht mitspielt, das Internet nicht geht oder WLAN zu schwach ist. Wir brauchen jemand in der Schule, der sofort helfen und eingreifen kann. Bisher wird dies oft von interessierten Lehrern übernommen, die aber auch keine Spezialisten sind und selbst unterrichten oder nicht immer vor Ort sind. Daran scheitert es einfach zu oft. Die Geräte müssen gewartet und immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden. Wer macht das? Digitale Medien im Unterricht sind eine Bereicherung. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass nicht alle Familien unserer Schüler Internet zu Hause haben oder einen Computer. Mit diesem Problem haben wir auch teilweise zu kämpfen, denn nicht alles kann nur im Unterricht stattfinden, sondern muss auch noch zuhause weitergeführt werden.
Wir nutzen in der Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen seitens des Verbandes der Volkshochschulen zunehmend digitale Tools, z.B. beim kollaborativen Erstellen von Texten. Damit entwickeln sich die digitalen Kompetenzen der vhs-Mitarbeiter/innen anwendungsbezogen weiter.
Damit die Nutzung digitaler Lehr- und Lernmittel endlich tägliche Unterrichtspraxis wird, muss sich das Lehramtstudium dringend essentiell verändern. An einigen Hochschulen gibt es Module zur Medienkompetenz, die aber nicht zum Pflichtprogramm des eigentlichen Studiums gehören.

Damit künftige Lehrende die Lernenden auf das spätere Leben und die Arbeitswelt, die zunehmend digital wird, entsprechend vorbereiten können, müssen solche Kompetenzen zu aller erst bei den Lernenden vorhanden sein.

Unabhängig davon müssen entsprechende qualitativ hochwertige Fortbildungsmöglichkeiten angeboten und verpflichtend besucht werden. Zudem muss das Referendariat abgeschafft und der Praxisanteil im Studium stattdessen erhöht werden.
auch wenn es stark nach Eigenwerbung aussieht, möchte ich doch auf einen Artikel hinweisen, den ich zu diesem Thema geschrieben habe und der meinen Standpunkt etwas detaillierter darstellt, als es hier in diesem Forum möglich ist:

https://www.lmz-bw.de/fileadmin/user_upload/Medienbildung_MCO/fileadmin/bibliothek/griesinger_byod/griesinger_byod.pdf
Prinzipiell geben ich Ihnen recht. Ich glaube aber nicht, dass es nötig ist alle Schülerinnen mit Tablets auszustatten, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, zum einen mit ihren Geräten in den Bildungsstätten ins Internet zu gehen (bring your own device) und zum anderen ihre Dienste (cloud-dienst, Soziale Netzwerke etc.) in der Einrichtung sicher nutzen zu können.

Um ein mobiles Gerät sinnvoll für das mobile Lernen zu nutzen, muss es ein Alltagsbegleiter sein, den man immer dabei hat und mit dem man sich selber auch identifizieren kann. Ein Tablet - wenn es denn überhaupt aus der Schule mitgenommen werden darf - ist im Alltag außerhalb der Schule unpraktisch. In der Schule wäre hingegen ein Laptop effektiver als ein Tablet, da man mit der Tastatur noch immer besser arbeiten kann. Dieser kann von der Schule bereit gestellt werden, wenn die Schüler/innen auf die Daten und Dienste zugreifen können, die sie auch auf ihrem Smartphone nutzen.

Beim Thema Datenschutz gebe ich ihnen Recht. Dabei dürfen wir aber nicht nur auf Facebook, google und Co. schauen, sondern vor allem auf den Datenschutz in den Bildungseinrichtungen. All zu oft wird hier aus dem Sicherheitsbedürfnis der IT-Verantwortlichen mehr Wert auf die Überwachung der Schüler/innen, als auf deren Daten- und Persönlichkeitsschutz gelegt.
Konzept - Vermittlung - Druck von oben - Verzahnung von Lehrerausbildung, Fortbildung, Eltern - Ausstattung und nachhaltige Pflege - Wertschätzung für die Lehrer, die sich engagieren - Konzept der Bildungspolitik, das alle Player verzahnt, Impulse gibt, Fortschrittsberichte abruft
Dafür müssen erstmal die Lehrer, die (noch) jeden Tag vor den Schülern stehen, ihre digitale Kompetenz ausbauen. Die Schüler werden immer einen Schritt voraus sein, was soziale Medien und neueste Hypes angeht. Aber etwas Schritt halten sollten die Lehrer, die sich dem Thema verschreiben wollen, können. Dabei reicht es nicht, zu sagen, alles sei schlecht oder böse. Sondern Medienkompetenz zu schulen und auf die Auswirkungen und Konsequenzen der Nutzung aufmerksam zu machen.
Was passiert WIRKLICH mit meinen Daten?
Wie sicher sind sie? Wer liest mit? Welche Möglichkeiten habe ich zum Schutz meiner Daten? Welche positiven Möglichkeiten habe ich in den Netzwerken? Wie kann ich social networks für meinen Schulalltag nutzen? Welche Gefahren gibt es und wie gehe ich damit um (Cypermobbing etc.)?

Wenn der Lehrkörper soweit ist, mit digitalen Medien professionell umzugehen, dann ist es sinnvoll auch für die Schule digitale Mittel einzusetzen - etwa ein integriertes Social Network für Schulen, einzelne Klassen, Klassenstufen etc.

Zurzeit ist es aber sicherlich in 99% aller Fälle so, dass die Schüler den Lehrer/innen erklären, wie digitale Medien funktionieren - nicht umgekehrt.
Es wäre auf jeden Fall HÖCHSTbegrüßenswert, würde das Thema Medienkompetenz, Umgang mit digitalen Medien und digitale Medien an sich ENDLICH ernsthaft im Lehrplan auftauchen, als eigenes Fach. Programmieren kann man rausschmeißen - wer will, lernt die Programmiersprachen auch so - und sicherlich nicht in der Schule.

Eine super Idee wäre: statt Schulbücher zu schleppen, hat jeder Schüler genau ein Tablet, auf dem sie/er alle Schulbücher parat hat, nebenbei Notizen machen kann und niemals mehr behaupten kann, das Buch vergessen zu haben.
Die Volkshochschulen arbeiten daran, ihre Präsenzkurse zunächst durch digitale Lernunterstützung zu ergänzen. Das können z.B. ergänzende Materialien sein, die auf eine Lernplattform gestellt werden oder die Möglichkeit für Kursteilnehmer/innen, sich in Online-Foren auszutauschen und Fragen an die Kursleiter/innen zu stellen. Die Online-gestützte Lernbegleitung wird sukzessive ausgebaut.

Nutzung der bestehenden Online- und Kommunikationsangebote

"Wie können die bestehenden Online- und Kommunikationsangebote, wie landeseigene Medien- und Lernportale, noch besser genutzt werden?"

Ein erster Weg dazu wäre, diese Medien- und Lernportale auch in die entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen mit aufzunehmen und die Inhhalte und Möglichkeiten dieser Medien- und Lernportale den Lehrkräften zu vermitteln.
Bestenfalls indem man Cloud-Einbindung hat und in Zukunft auch nur solche anbietet.
Google, Microsoft, Slack, Whatsapp und Messenger bieten alle Möglichkeiten zur Kommunikation.

Am einfachsten wäre eine Einbindung in einer dieser Anbieter und nicht selbst versuchen eine Lösung zu schaffen. Wenn Online-Dienste vom Land angeboten werden, kann man diese zu 90% nicht benutzen.
Ich glaube, man muss vor allem den Lehrkräften anhand von best-practice-Beispielen zeigen, was für gute und andere pädagogische Resulate sie erzielen können, wenn sie sich digitaler Tools bedienen. Das schafft Motivation.
Bestehende Online- und Kommunikationsangebote sollten in Rahmen von Fortbildungen mehr kommuniziert werden. Zudem sollte die Qualität vorhandenen Strukturen dringend aktualisiert werden da die aktuellen Angebote nicht mehr zeitgemäß sind.
Moodle ist ja ganz nett, aber nicht jeder will und braucht eine abgeschlossene Arbeitsplattform. Ich bin selber ein Wiki-Liebhaber, das ist offen und meiner Meinung nach leichter zu erstellen und vorhandene Materialien leichter anpassbar und kombinierbar.

Außerdem fehlen in moodle bisher noch viele Typen an Online-Tools, die sich bei den digitalen Lehrern schon verbreitet haben. Ich würde mir die Möglichkeit wünschen, von einer zentralen Start-Stelle aus verschiedenen Online-Tools nutzen zu können. Das Ganze automatisiert, so dass ich, wenn ich morgen z.B. ein einfaches Doku-Wiki für meine Schüler haben will, es auf Knopfdruck installiert bekomme.

Oder das ich für meinen Unterricht ein paar Padlets erstelle, die in D gehostet werden, so dass ich nicht auf Ausländische Dienste zugreifen muss. Wenn das Ganze dann organisiert erreichbar und flexibel geschützt werden kann, wäre ich recht glücklich.
Kostenlose Tools gibt es in Massen.
Ich würde mir dann so etwas wie https://oasis.sandstorm.io wünschen.
Zugangsschwellen absenken, alles aus einer HAnd, in einem look and feel, zentrale Anmeldung, zentrale Hotline für Fragen, keine fünf verschiedenen Einzelsysteme - auch hier sitzt die Kompetenz im Land!!
Sie müssen verzahnt und gepflegt werden, es muss vermittelt und kommuniziert werden, was damit möglich ist, Schulen müssen unterstützt und begleitet werden, an denen positive Schritte erkennbar sind.

Frei zugängliche, bearbeitbare und weiterverbreitbare Lehr- und Lernmaterialien

"Wie können frei zugängliche, bearbeitbare und weiterverbreitbare Lehr- und Lernmaterialien in die schulischen Unterrichts- und Arbeitsformen integriert werden?"

Die frei zugänglichen Internetangebote wie z.B. „4teachers“ oder „Zaubereinmaleins“ genießen bei vielen Lehrkräften einen guten Ruf. Es sollte geprüft werden, ob diese Angebote nicht landesweit empfohlen werden sollten. Dies gilt natürlich nicht nur für diese beiden Beispiele sondern grundsätzlich für Open Source Lernangebote.
"Das BMBF fördert zur Zeit bundesweit zahlreiche Projekte, die sich mit OER (Open Educational Ressources) / freien Lehr- und Lernmaterialien beschäftigen. Eine bundesweite Informationswebseite wird über diese Projektergebnisse berichten: http://open-educational-resources.de/ (noch im Aufbau).

In Rheinland-Pfalz läuft seit 1.11.16 ein solches Projekt mit Namen OER@RLP, ein Verbundprojekt aus Schule, Hochschule und Weiterbildung. Hier werden Sensibilisierungs- und Informationsmaterialien + Veranstaltungen entwickelt und verbreitet. Das Pädagogische Landesinstitut betreibt schon lange den OMEGA-Server, auf dem alle Lehrkräfte freie Bildungsmaterialien einstellen und andere Lehrkräfte sie benutzen können.
Das Projekt OER@RLP will die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem schulischen Bereich auch für andere Bildungssektoren zugänglich machen (und umgekehrt).
Das PL, der VCRP, medien+bildung.com u.a. können beraten, wie man seine Materialien rechtsicher veröffentlicht und wo man freie Bildungsmaterialien findet."
"Beispielsweise könnte man die Lernenden fragen, wie Materialien aufgebaut sein müssten, damit ihnen der Wissenserwerb leichter fällt.

Auch könnte man frei zugängliche Lehr- und Lernmaterialien von den Lernenden hinterfragen lassen, ob diese in dieser Form beim Lernen wirklich hilfreich sind oder nicht und ggf. Verbesserungsvorschläge machen.

Ebenfalls könnten Lernende bearbeitbare Inhalte ihren individuellen Voraussetzungen anpassen und anhand dieser dann Sachverhalte im Unterricht erklären."
Es gibt bereits einige Ideen und es gab Diskussionen darüber, wie man die zweifelsohne sinnvolle Praxis des Teilens etablieren kann.
Das größte Problem, bei dem eigentlich in Mengen im Internet vorhandenen Materialien, ist deren Auffindbarkeit. So wurde diskutiert, ob man nicht hauptberufliche Fachkräfte braucht, die die Materialien nach ihren Einsatzmöglichkeiten beurteilen und die Lizenzen dabei beachten. Selbst wenn ein Bundesweites System der Erfassung etabliert wird, müssen die Bundesländer mit Hand anlegen, damit entsprechend der einzelnen Lehrpläne sortiert wird.
Außerdem herrscht erstaunlicherweise immer noch große Unsicherheit bezüglich der Lizenzen. Viele Kollegen trauen sich nicht ihre Arbeitsblätter zu veröffentlichen. Sicher gibt da hier und da auch mal rechtliche Gründe. Aber dann fehlt es an Aufklärung und ein Bewusstsein bei der Schulleitung, dass dies unbedingt mal angesprochen werden muss.

Der Anbieter Tutory.de versucht den Austausch durch eine spezielle Plattform zu ermöglichen. Dabei wird aber in einem speziellen Editor online gearbeitet. Aber die Beachtung der Lizenzen ist ein Hauptpunkt. Das im heimischen Texverarbeitungsprogramm unterzubringen ist schwieriger, aber vielleicht könnte man ein Plugin entwickeln, die sich in Libre/Open Office ja sicher leicht integrieren lassen. Neben einer automatischen Lizenzabfrage bei jedem Einfügen von Text oder einem Bild könnte man auch Quellen von CC oder PD Bildern einfügen mit denen man sucht. Gibt es in Tutory.de auch.
Bundesweite Vereinbarungen treffen, neues Denken im Arbeiten mit den Schulbuchverlagen, kompetente Praktiker fragen und deren Antworten beherzigen!

Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte

"Wie muss sich die Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte verändern, um sie für das Lehren mit digitalen Medien zu qualifizieren?"

"Basale IT-Kompetenzen (z.B. Textverabeitung, Excel, Powerpoint, Bild- und Tonverarbeitung, iPad-Nutzung und vieles mehr) müssen verpflichtend für alle Lehrkräfte gemacht werden. Es darf nicht zu einer konkurrierenden Ausbildung der IT-Kompetenzen mit anderen Aus- und Fortbildungsinhalten kommen. Wobei ich diese Gefahr aktuell sehe und dafür keinerlei Lösungsansatz ob der prekären Budgetlage des Bildungsetats sehe.
Die Grundeinstellung der Lehrkräfte muss sich bzgl. des Einsatzes von digitalen Medien und der damit vermittelbaren Lerninhalte grundsätzlich ändern. Die vielfach geäußerte Meinung von Lehrkräften, das der Einsatz von digitalen Medien erst ab einer höheren Klassenstufe sinnvoll sei ist, ist längst überholt."
In der Lehrerausbildung muss verpflichtend mit digitalen Medien gearbeitet werden mit entsprechenden Lernmodulen. Gleich meinen Vorrednern unterstütze ich die Forderung, dass fachliche Experten diese Ausbildung begleiten müssen. Wichtig ist es die jetzt schon unterrichtenden Lehrer in überzeugender Weise aufzufordern, sich fächerübergreifend an der digitalen Ausrichtung des Unterrichtes zu beteiligen. Weiterbildung muss verpflichtend sein und ggf. Anreize bieten, um diese wahr zu nehmen.
Als Absolvent der Lehrerausbildung in RLP (1.+2. Phase), der erst vor wenigen Monaten Examen gemacht hat, kann ich nur konstatieren, dass hier noch einiges zu tun ist. Während die Universitäten sich immerhin bemühen hat das Studienseminar den digitalen Wandel völlig verschlafen. Ich möchte einem meiner Vorredner von ganzem Herzen zustimmen, dass Fortbildungen in diesem Bereich von Fachleuten gestemmt werden müssen, da Hochschullehrer und Fachleiter hier oftmals nicht geeignet sind, den Lehrernachwuchs zu schulen sondern eher selbst Fortbildungsbedarf haben. So entsteht auch bei jungen Lehrern oft der Eindruck, dass neue Medien im Unterricht eine technische Spielerei seien. Die zahlreichen didaktischen Potentiale, bestehende gute Angebote, Apps und Settings wurden nicht thematisiert. Entwicklungen wie open educational resources ebenfalls ausgespart usw.
Eine gute Schulentwicklungsplanung denkt Medieneinsatz und Kompetenzerweiterung in systematischen kleinen Schritten mit. Dabei sollten Erprobungsumgebungen geschaffen werden, in denen man spielerisch ausprobieren kann, ohne gleich das "Gesicht" zu verlieren, denn die Angst vor dem Scheitern ist bei manchen groß.
"Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte im Bereich der digitalen Medien sollten von Personen durchgeführt werden, die sich selbst in diesem Bereich qualifiziert haben. Hiermit ist nicht gemeint, dass sie in der Lage sind, einen Computer einzuschalten.

Die Qualifizierung der Referenten in diesem Bereich sollte dringend überprüft werden, denn inzwischen habe ich von vielen Beispielen gehört, bei denen Lehrende sich negativ geäußert haben über den allgemeinen Kenntnisstand der Referenten bzw. der Qualität der Veranstaltung."
Online-Angebote verstärken, Pflicht zur Fortbildung stärken, feste Termine für schulinterne Fortbildungen, Ansetzen bei den Schulleitungen

Jugendmedienschutz

"Wie muss sich der Jugendmedienschutz weiterentwickeln?"

Den Jugendlichen muss sehr früh schon ab Kindergartenalter Medienkompetenz vermittelt werden, dann ist dies schon ein großer Schritt in Richtung Medienschutz. Wichtig ist es jeden Jugendlichen in der Schule die Folgen seines Handelns mit den Medien aufzuzeigen, da die Eltern hierbei oft überfordert sind bzw. nicht über umfassende Information verfügen.
"Medienschutz in dem Sinne, dass wenn Personen beispielsweise gesehen, dass sie eine Kamera sehen oder ein Handy und wissen, dass sie gefilmt werden, dass man nicht immer Einverständnis einholen muss.

Wenn beispielsweise der Blick in die Kamera gerichtet ist und die Person, damit weiß ""Ok, jetzt macht jemand ein Foto/Video"" sollte ausreichen, um es sorgenfrei hochzuladen.

In Zukunft werden Vereine, Schulen, Einrichtungen und Unternhemen viel mehr in den sozialen Medien agieren und oft höre ich immer die Besorgtheit, verklagt oder angezeigt zu werden, weil es sein könnte, dass eine Person das Bild online nicht haben will."
Wenn digitale Medien konsequent in der Schule und im Unterricht Verwendung finden würden, bräuchte man keine Diskussion über solche Themen führen. Im Rahmen der Vermittlung von Medienkompetenzen für Lehrende sollte das Thema aber entsprechend aufgegriffen werden, um Fragen von Lernenden verantwortungsvoll beantworten zu können.

Fachkräfte der sozialen Arbeit bei außerschulischen Anbietern

"Welche Aus- und Weiterbildung medienpädagogischer Kompetenzen benötigen Fachkräfte der sozialen Arbeit bei außerschulischen Anbietern wie beispielsweise der Jugendpflege?"

"Aus meiner Erfahrung sind zwei Dinge wichtig:

1. Ängste nehmen. Der Spruch, dass man mit in der Jugendhilfe und Jugendbildung immer mit einem Bein im Gefängnis steht, kennen wohl alle in der Sozialen Arbeit und dem Bildungsbereich. Gerade wenn es um Medien geht, werden solche Ängste gerne durch juristisches Halbwissen und ""Erfahrungen"" aus dritter Hand genährt. Dies führt oft dazu, dass ""das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird"", nach dem Motto: ""Dann machen wir gar keine Bilder mehr von unseren Jugendlichen"" oder ""dann darf man bei uns nur noch ins Internet, wenn wir immer sehen können, auf welchen Seiten sich die Jugendlichen befinden"" oder ""Dann nutzen wir keine Facebook etc. mehr"". Dadurch werden die Chancen vertan, die durch neue Medien entstehen. Medien-Enthaltsamkeit ist keine Medienkompetenz und durch Nichtnutzung neuer Medien fördert man auch keine Medienkompetenz. Wichtig ist es vor allem, auch auf die Rechtspraxis zu schauen und sich von echten juristischen Expertinnen und Experten beraten zu lassen. In der Praxis steht man oft seltener mit einem Bein im Gefängnis als man denkt.

2. Muss man in der Jugendarbeit auf den vorhandenen Ressourcen aufbauen und diese Unterstützen. Jugendliche verfügen alle über ein Smartphone. Dieses kann auch für aktive Medienarbeit in den Einrichtungen genutzt werden, wenn man die richtigen Konzepte dafür hat. Am wichtigsten ist es aber, einen Infrastruktur zu schaffen, die die Nutzung eigener Geräte (BYOD) überhaupt ermöglicht, so dass den Jugendlichen keine Kosten entstehen. Außerdem muss man ihnen Apps, Ebooks etc. für einen gewisse Zeit, unentgeltlich zur Verfügung stellen können. Auch dafür braucht man Konzepte und vor allem die nötige Infrastruktur. Starkt verkürzt gesagt: bevor man Tablets im Jugendhaus kauft, muss man erstmal Wlan bereit stellen und überlegen, wie dieses genutzt werden kann."

Weiterbildung für die Vermittlung von digitalen Kompetenzen

"Wie kann gute, innovative Weiterbildung für die Vermittlung von digitalen Kompetenzen aussehen?"

Organisationen gründen, die von den großen Playern und digitalen Akteuren gefördert werden und als Ansprechstation gelten und kostenlose Workshops anbieten zur Fortbildung.
Mit den Akteuren selbst Schritte zur Kompetenzerweiterung entwickeln. Ansatzpunkt: wo kann der Einsatz von Technologien eins meiner Probleme lösen, meine Arbeit besser machen, meine Zielgruppen stärker motivieren? Politik der kleinen selbst gewählten Schritte. Das Modellprojekt "Weblernen" des VHS-Verbands in RLP ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Auch www.weiterbildung-digital.de, ebenfalls ein vom Land finanziertes Modellprojekt hat gute innovative Wege ausgelotet, um digitale Kompetenzen dorthin zu vermitteln, wo sie noch nicht waren. Schönes Beispiel: "iPad-Party" - nach dem Modell der Tuppa-Party, entwickelt von der Ländlichen Erwachsenenbildung. Gebt den Weiterbildnern Freiräume und Ressourcen, dann entwickeln sie schon die Werkzeuge und Strategien, ihre Zielgruppen mit auf den digitalen Weg zu nehmen.
Ein gutes Beispiel für innovative digitale Weiterbildung ist openHPI (Hasso Plattner Institut). Ich habe bereits mehrere "Online-Kurse" absolviert. Die Kurse sind z. T. zwar noch nicht perfekt - oft wird zu viel Stoff in zu kurzer Zeit vermittelt, aber die Platform eignet sich gut für flexibles Lernen. Eine interessante Funktion, die ich noch nicht getestet habe ist die offene oder geschlossene Lern-Gruppe zum gemeinsamen Lernen und Austausch.
Innovative Weiterbildung für die Vermittlung von digitalen Kompetenzen sollte nicht nur allein Wissen vermitteln, sondern konkrete Beispiele nennen mit welchen Programmen bzw. Software welche Vorteile im Unterricht erzielt werden können.
"Wie eine gute Weiterbildung aussieht hängt vom Lehrer-Typ ab:

- Einige freuen sich über Zeit, was auszuprobieren und sich mit anderen erfahrenen Kollegen (auch von außerhalb der Schule) auszutauschen. Da würden sich regionale und überregionale BarCamps anbieten, die vom PL organisiert werden.
- Für diejenigen, die vielleicht auch aus privaten Gründen nicht so viel Zeit haben (Kinder z.B.) könnte man digitale Formate anbieten. Das spricht sicher nicht jeden an, aber wenn man es mal anbietet, werden vielleicht gerade jüngere Kollegen eher mal einen Blick reinwerfen. Vorstellbar wäre Webinare, so ähnlich wie sie sie vom LPM des Saarlands angeboten werden. Da gäbe es verschiedene Stufen: den Einsteigern zeigen, dass man es nutzen kann und erste Tipps, für erfahrene Nutzer Vertiefungen zu bestimmten Themen.
- Einige Kollegen brauchen sicher auch eine direkte Ansprache in einer Live-Veranstaltung. Allerdings kann ich mich persönlich da nicht so reinversetzen, was ""die"" benötigen. Leihgeräte zum Ausprobieren und etwas zum Selber-Testen, was der Schüler so machen könnte. Ohne aber nur auf das digitale zu achten sondern einen sinnvollen Medien-Mix vorstellen, die die Vorteile aller Medien optimal ausnutzt."

Angebote zur Förderung der digitalen Kompetenzen

"Welche zusätzlichen Angebote zur Förderung der digitalen Kompetenzen sind notwendig?"

Ergänzend zu den bereits genannten Medienbeauftragten halte ich hier ein peer-to-peer Modell, sprich die berühmten "Medienscouts" für unabdingbar. Sollte es meiner Ansicht nach an jeder Schule geben! Die entsprechend ausgebildeten Schüler können nämlich auch spontan und niedrigschwellig Aufklärung auf dem Pausenhof und in Freizeitkontexten leisten, sie sind bei Facebook und in Whatsapp-Gruppen präsent etc. pp. und decken somit eine größere Breite ab. Das darf natürlich keinesfalls die Aktivitäten von Lehrerseite ersetzen.
"Neben der Verbesserung der Fortbildungsmöglichkeiten für tätige Lehrende hinsichtlich qualifizierter Referenden im Bereich der digitalen Medien, muss das gesamte Lehramtstudium überarbeitet werden und mindestens ein Modul zur Vermittlung von Medienkompetenz verpflichtend für alle Studenten eingeführt werden.

Zudem sollte an jeder Schule ein Medienbeauftragter, besser wären natürlich mehrere, vorhanden sein, der Lehrenden bei Fragen hilft und unterstützt."

Digitale oder digital angereicherte Lernformate

"Für welche Kursangebote bieten sich innovative, digitale oder digital angereicherte Lernformate an?"

"Ich persönlich kenne kein Beispiel, wofür sich digital angereicherte Lernformate nicht anbieten.

Sei es Beispielsweise nur die Einholung von Rückmeldungen. Mithilfe eines Classroom-Respons-Systems kann ich die Meinung aller beteiligten einholen und jeder bleibt dennoch anonym. Gerade wenn es um die Meinung geht, können solche digitalen Systeme in jedem Fach/Kurs relevant sein."
"Ich bin nicht so ganz sicher, was mit ""Kursformaten"" gemeint ist!?

Ich lese gerade das Buch ""Mehr als 0 und 1"" von Beat Doebli ... sehr zu empfehlen!! Und da geht es auch um die Frage, wie weit sollte die Digitalisierung gehen. Wird/Soll vielleicht auch gleich die Schule abgeschafft werden? Zumindest so wie aktuell gerade stattfindet! Im Grunde genommen hat sich die Schule, wie sie meist noch praktiziert wird, seit so langer Zeit nicht weiterentwickelt.

Digitale Medien können dazu beitragen, dass das System, wie wir es jetzt kennen, umgearbeitet werden könnte. Die Lehrer würde einige Kompetenzen, die automatisierbar sind, ab den Computer abgeben, dafür aber die Schüler direkter betreuen, individuelle Lernpläne erstellen und bei Fragen helfen. So wird die Aufgabe des Lehrers wieder wichtiger und er wird eben nicht abgeschafft. Das hat sich aber nicht noch herumgesprochen! Viele Kollegen haben im Hintergrund Angst um ihre Existenz und ihre Arbeit.

Vielleicht wäre das auch mal an die Öff.-Rechtlichen Medien, einen Info-Film (evtl. mehrteilig) zu produzieren, der die Inhalte des oben erwähnten Buches mal darlegt. Sicher wird es immer noch Gegner geben, aber ich finde im Buch wird gut erklärt, warum ein Umstieg sinnvoll ist, was dazu notwendig ist und wie der Umstieg aussehen kann.

- Was steckt hinter der Digitalisierung.

- Warum kann man dafür und dagegen sein.

- Warum ist eine Digitalisierung der Schule wichtig.

- Wie könnten Unterrichts-Szenarien aussehen ... ohne zu übertreiben."

Überforderung vom digitalen Wandel

"Wie kann sichergestellt werden, dass sich Bürgerinnen und Bürger nicht vom digitalen Wandel abgehängt bzw. überfordert fühlen?"

Eltern müssen bei der Digitalisierung der Schulen unbedingt mitgenommen werden. Der Umgang mit dem Smartphone ist vielen geläufig aber ihnen fehlt das Wissen, wie in den Schulen mit Medien gelehrt wird. Da die jetzige Elternschaft in einer "analogen" Lernumgebung aufgewachsen ist, können keine Erfahrungswerte von Ihnen an die Kinder in dem Maßsiche weitergegeben werden, wie es die Generationen davor noch praktizierten. Daher müssen alle mitgenommen werden in das sich immer schneller entwickelnde Zeitalter der Digitalen Welt durch Kurse, Fortbildung, Elternabende und Workshops. Kostenloses Informations- und Lehrmaterial über Internet von geprüften Anbietern mit leicht verständlichen Anweisungen sind hilfreich.
Indem man altersgerechte und nutzungsbezogene Fortbildungsangebote schafft. z.B. Computerkurse im Mehrgenerationenhaus.
Die Angebote bzgl. Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich der digitalen Medien sollten nicht nur für Lehrende verfügbar sein sondern auch für Bürgerinnen und Bürgern, um den Anschluss im digitalen Wandel nicht zu verlieren.
Wie wäre es denn, wenn die öffentlich rechtlichen Medien sich da mal reinhängen.

Warum nicht Sendungen produzieren, wo der normale Bürger Grundwissen bekommt?
- Wie geht man bestimmten Medientypen richtig um
- CC-Lizenzen und wie man sie nutzt.
- Wie nutze ich das Smartphone noch sinnvoll, außer zum kommunizieren und zum spielen?
- Wie geht man mit Suchergenissen um.
- E-Mail-Server sicher und bequem nutzen (imap<->pop3, Verschlüsselung, signatur, Antwort anfordern ...)
- usw ...

Das hört sich für erfahrene Nutzer blödsinnig an: man sucht nach einer passenden App und probiert sie aus. Aber einige können das gebrauchen und am besten im Fernsehen, so dass man nicht bei YouTube gucken muss.

Problematisch ist natürlich, dass einige Sachen Betriebssystemabhängig sind und schnell veralten. Also wäre eine schnelle Produktion mit wenig Aufwand wichtig, damit die Kosten nicht zu hoch werden, wenn man wieder was Neues produzieren muss.
Da das ja schon Lehrer hinbekommen, sollte das mit ein wenig mehr Aufwand auch so möglich sein, dass es professionell aussieht.