Gesundheit

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Aus dem demografischen Wandel resultieren große Herausforderungen für die medizinische und pflegerische Versorgung im Land. Es gilt daher, die Entwicklung innovativer digitaler Dienstleistungsangebote wie Telemedizin und Gesundheits-Apps zu unterstützen. Sie bietet vielseitige Möglichkeiten, um die zeit- und wohnortnahe Versorgung in den verschiedensten medizinischen Fachdisziplinen zu gewährleisten.


Unsere Schwerpunkte:

  • Die Landesregierung setzt sich für die Umsetzung der Telematikinfrastruktur und die Einführung der elektronischen Patientenakten ein.

  • Die Landesregierung wird die möglichen Einsatzfelder mobiler Anwendungen in Prävention, Diagnostik, Therapie und Versorgungsforschung untersuchen.

  • EHeR•versorgt unterstützt eine gute Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuter oder chronischer Herzinsuffizienz.

  • STuDi – Smart Home Technik und Dienstleistung unterstützt ein unabhängiges Leben zu Hause.

  • Rheinland-Pfalz atmet durch! Telemedizin für eine gesunde Lunge.

  • Einsatz von Telemedizin verbessert Schlaganfallversorgung im Land.

Digitalisierung in Gesundheit und Pflege. Gut versorgt durch neue Chancen.

Im Mittelpunkt der rheinland-pfälzischen Gesundheitspolitik stehen die Menschen. Egal ob in der Stadt oder auf dem Land, egal ob Jung oder Alt: Jede Bürgerin und jeder Bürger in Rheinland-Pfalz hat einen Anspruch auf die Gewährleistung einer gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung, die qualitativ hochwertig, bezahlbar und in der Zukunft sicher ist. Die Bürgerinnen und Bürger sollen darauf vertrauen können, dass ihnen bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit umfassend geholfen wird.

Die Landesregierung sieht im Feld der Telemedizin erhebliche Potenziale, um die unmittelbare Patientenversorgung über weite Entfernungen zu realisieren. Fachliche Ressourcen aus den Zentren des Landes werden für dezentrale Versorgungsstrukturen genutzt. Durch die Digitalisierung entstehen neue Impulse für innovative Behandlungskonzepte. Dabei muss das Spannungsfeld aus digitaler Transformation und Umsetzbarkeit im Gesundheitswesen aufgelöst werden. Auch ältere oder kranke Menschen, die alleine wohnen möchten, profitieren in vielen Bereichen von moderner Technik. Der Anteil alleinlebender Seniorinnen und Senioren in Deutschland wird zukünftig steigen. Nicht nur der Bedarf an pflegerischer Unterstützung wird zunehmen, sondern auch der Bedarf an niedrigschwelliger Alltagsunterstützung. Dabei sind persönliche Beratung und technische Hilfen kein Widerspruch. Gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern aus dem Gesundheitswesen und der Pflege gestaltet die Landesregierung das Zukunftsprogramm „Gesundheit und Pflege – 2020“.

Die Landesregierung setzt sich für die Umsetzung der Telematikinfrastruktur und die Einführung der elektronischen Patientenakten ein.

Die Grundlage für einen sicheren Austausch medizinischer Daten und Informationen im Gesundheitswesen bildet die Telematikinfrastruktur, die alle Akteure des Gesundheitswesens miteinander vernetzt. Das Land Rheinland-Pfalz nimmt als Testregion an der Erprobung der Infrastruktur der elektronischen Gesundheitskarte teil. Die Landesregierung will insbesondere die Einführung elektronischer Patientenakten als Kernelement und übergeordnetes Ziel der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens unterstützen. Offene Schnittstellen bei der Technik und damit Insellösungen sind zu vermeiden. Das Land Rheinland-Pfalz setzt sich im Austausch mit Bund und Ländern und durch Initiativen im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenzen dafür ein, dass bestehende rechtliche Hürden und Fehlanreize abgebaut werden. Dies betrifft insbesondere auch die Maßnahmen zur Aufnahme der Telemedizin in das Vergütungssystem. Eine schnellere Integration der im E-Health-Gesetz normierten nutzenbringenden Innovationen in die Versorgung soll ermöglicht werden. Deren Perspektiven werden mit allen Partnerinnen und Partnern der Gesundheitsversorgung und den Vertretungen der Patienten und des Datenschutzes diskutiert und abgestimmt. Im Dialog beim Runden Tisch „E-Health RLP“ wurden die Voraussetzungen einer elektronischen Patientenakte besprochen. Daten, die bisher an unterschiedlichen Stellen vorlagen, müssen zusammengeführt werden und sind künftig am Ort und zur Zeit der Behandlung der Patientinnen und Patienten verfügbar. Die Akte wird eine stärkere Einbindung der Patientinnen und Patienten in die Versorgung bringen. Die Landesregierung legt Wert darauf, dass die Daten dabei immer in der Hand der Patientinnen und Patienten bleiben.

Die Landesregierung wird die möglichen Einsatzfelder mobiler Anwendungen in Prävention, Diagnostik, Therapie und Versorgungsforschung untersuchen.

Insbesondere das Angebot an Gesundheits- und Medizin-Apps – also kleiner Programme vor allem für das Smartphone oder Tablet – wächst rasant. Es finden sich viele Einsatzfelder. Die Landesregierung bezieht dabei auch Dimensionen des Datenschutzes, des Medizinprodukterechts und der Situation am Markt einschließlich der Transparenz für die Nutzerinnen und Nutzer mit ein. Eine schnellere Integration nutzenbringender Innovationen in die gesundheitliche und pflegerische Versorgung soll ermöglicht werden.

„EHeR•versorgt“ unterstützt eine gute Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuter oder chronischer Herzinsuffizienz.

„EHeR•versorgt“ wurde von der Landesregierung im Rahmen der Zukunftsinitiative „Gesundheit und Pflege – 2020“ initiiert, um eine flächendeckende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz zu unterstützen. Mit dem geförderten Projekt soll mit Hilfe von Telemonitoring, auch zwischen den Arztbesuchen, die Versorgung der Patientinnen und Patienten sichergestellt sein. Die Betreuung der Patientinnen und Patienten im Eifelkreis Bitburg-Prüm erfolgt durch ein Telemedizinisches Zentrum, an welches sie mittels einer funkfähigen Körperwaage und eines Blutdruckmessgerätes Gewicht, Blutdruck und Puls übermitteln. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind 24 Stunden an jedem Tag der Woche erreichbar und prüfen die ermittelten Werte täglich. Bei Abweichungen werden zunächst die Patientinnen und Patienten telefonisch kontaktiert und gegebenenfalls gemeinsam mit dem Haus- oder Facharzt erforderliche Maßnahmen eingeleitet.

„STuDi“ – Smart Home Technik und Dienstleistung unterstützt ein unabhängiges Leben zu Hause.

Die Landesregierung fördert das Projekt „STuDi“, dessen Abkürzung für „Smart Home Technik und Dienstleistung für ein unabhängiges Leben zu Hause“ steht. Bis zu 100 Haushalte in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg werden mit sogenannten Ambient Assisted Living (AAL)-Technologien wie Sensorik ausgestattet. AAL umfasst ein ganzes System an Lösungen, das entwickelt wurde, um die Pflege von älteren Personen und von Personen mit Handicap zu vereinfachen und unterliegt der ständigen Weiterentwicklung. Das Besondere des Projektes ist die Kombination moderner Technologien und präventiver Beratung. Zudem sollen haushaltsnahe Dienstleistungen und Unterstützungsangebote durch Kommunikations-, Informations- und Beratungsdienste gestaltet werden. Seniorinnen und Senioren sollen so möglichst lange selbstbestimmt und mit größtmöglichem Sicherheitsgefühl im eigenen Zuhause leben können.

Rheinland-Pfalz atmet durch! Telemedizin für eine gesunde Lunge.

Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma, die ihre Lebensführung beeinträchtigen. Das Projekt zur telemedizinischen Versorgung von Menschen mit Lungenerkrankungen soll die Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen nachhaltig verbessern. 120 Patientinnen und Patienten mit Asthma oder COPD erhalten die Asthma Plus-App des Koblenzer Startups Qurasoft und ein funkfähiges Messgerät. So können sie einfach Messwerte aufzeichnen, Krankheitsfragebögen beantworten und ihre Medikationseinnahmen protokollieren. Darüber hinaus erhalten Betroffene wertvolle Hinweise, wie beispielsweise aktuelle Informationen zur Pollenflugbelastung. Alle erfassten Daten werden digital an den behandelnden Arzt geschickt, der in der Medical Desk- Telemedizinsoftware eine integrierte und gezielte Analyse und Steuerung der Behandlung vornehmen kann. Dabei soll keineswegs eine reine App-Fernbehandlung stattfinden, sondern die telemedizinische Behandlung ergänzend zur bestehenden Behandlung erfolgen. Die Partner des Projektes sind das Telemedizin-Startup Qurasoft und das pneumologische Studienzentrum KPPK in Koblenz.

Die Stellungnahme der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zum Digital-Dialog bestätigt, dass die Projekte zur Erforschung des Nutzens und der Machbarkeit von Ambient Assisted Living, vormals ‚SUSI TD‘, jetzt ‚STuDi‘ (Smart Home Technik und Dienstleistung für ein unabhängiges Leben zu Hause), aufgrund ihrer Verzahnung von persönlicher Betreuung in Form von präventiven Hausbesuchen durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der örtlichen Pflegestützpunkte und der Verwendung eines technischen Assistenzsystems ein vielversprechender Ansatz für die Zukunft sind.

Einsatz von Telemedizin verbessert Schlaganfallversorgung im Land.

Durch das Telestroke-Netzwerk Rheinland-Pfalz können Schlaganfälle in den teilnehmenden Krankenhäusern im ganzen Land rund um die Uhr sicher erkannt und auf fachlich höchstem Niveau therapiert werden. Dadurch wird die Schlaganfallversorgung im Land nachhaltig verbessert. Die diensthabende Schlaganfallexpertin im Telestroke-Zentrum wird in der Notaufnahme sofort über eine Videokonferenz zugeschaltet und kann die Patientinnen und Patienten unmittelbar befragen und zusammen mit dem Arzt vor Ort neurologisch untersuchen. Gleichzeitig werden die Computertomographie-Bilder der Patientinnen und Patienten innerhalb weniger Sekunden zur Beurteilung in das Zentrum überspielt. So kann sehr schnell geholfen werden.


„Die Menschen in Rheinland-Pfalz werden erfreulicherweise immer älter und wünschen sich, möglichst lange selbstbestimmt und selbstständig alt zu werden. Wir unterstützen sie hierbei, indem die Landesregierung den Einsatz digitaler Technik in der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung fördert.“

Hier finden Sie die Strategie für das Digitale Leben: PDF-Download (5MB)


Beiträge des bisherigen Digital-Dialogs


Neue Trends im Gesundheitswesen

"Wie sind neue Trends, wie mobile Anwendungen (Apps) oder digitale Wearables im Gesundheitswesen zu bewerten?"

"Geldmacherei" vs. sinnvoller Einsatz bei Notfällen
Hallo, es gibt dazu eine Studie vom Gesundheitsministerium (Bund): http://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/2016/studie-gesundheits-apps.html
VG

E-Health-Applikationen

"Wie müssen E-Health-Applikationen konzipiert sein, dass sie grundlegende Prozesse im Gesundheitssystem unterstützen und vereinfachen?"

Telemedizin

"Wie können wir durch Telemedizin eine Verbesserung der Versorgungs- und Behandlungssituation, nicht nur in dünn besiedelten Gebieten, erreichen?"

Die Online-Videosprechstunde muss zum Standard bei Erstgesprächen werden. Sowohl in ländlichen Regionen, wie auch in Städten mit hoher Verkehrsdichte. Erst nach dem Abklärungsgespräch sollte sich der Patient in die Praxis begeben müssen, außer bei Notfällen. Mit diesem Vorgehen ließen sich Wartezeiten und Verkehrsbelastung auf ungeahnte Weise senken. Der Rahmen zur Kostenerstattung für Kassenpatienten, den das e-Health-Gesetz ab Juli 2017 vorsieht, sollte dafür weiter ausgebaut werden.
Zuerst sollte man mit geeigneten Mitteln unterbinden, dass Bürger unnötig zum Arzt gehen und Kosten verursachen. Stichwort: Ärztehopping.
Die Pharmaindustrie sollte noch stärker bei der Preisgestaltung ihrer Produkte restriktiert werden.
Mit dem eingesparten Geld kann man dann die Ansiedlung und Honorierung der Ärzte in ländlichen Gebieten verbessern.
... dünn besiedelte ländliche Gebiete oder wie erreiche ich den nächsten Arzt ?
Für manche Menschen sind 50 km keine nennenswerte Entfernung, für andere 50 mtr. eine nicht zu bewältigende Wegstrecke.
Man sollte die Ärzte dazu bewegen täglich, z.B. in einem bestimmten Zeitfenster, eine Telefonsprechstunde einzurichten und ihren Patienten anzubieten.
Man fühlt sich nicht unter psychischen wie physischen Druck gesetzt in eine Praxis zu müssen, auch wenn man gesundheitlich kaum dazu in der Lage ist, um mit dem Arzt reden zu können und eine Beratung, Rat und Hilfe zu bekommen.
Der Arzt kann dann aufgrund dieses Gespräches entscheiden ob es in diesem Fall ausreichend ist und eine entsprechende Entscheidung treffen.
Man spart sich die Fahrt, Zeit und Kosten für den Weg in die Praxis und zurück.
Man schont die Umwelt, spart Ressourcen, hat keinen Verkehrsstreß und Zeitdruck.
Man setzt andere, aber auch sich selbst nicht der Infektionsgefahr im Wartezimmer aus.
Sicher ist Telemedizin nicht die Lösung für alles, aber zunehmend sinnvoll und hilfreich für vieles.
Nicht: es lebe die Digitalisierung,
sondern nutze sie sinnvoll und
lebe länger durch die Digitalisierung
Die Telemedizin sollte natürlich in den ländlichen Gebieten Vorrang haben. Falls ein Patient eine Langzeit-EKG Überwachung braucht, die für seine Herzerkrankung notwendig ist, sollte er sie bekommen, auch wenn er nicht so weit weg von einem Krankenhaus wohnt. Hier sollte der Arzt entscheiden, was am sinnvollsten ist.

Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten

Umfeld miteinander verbinden, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu verbessern?"

Sinnvolle Anwendungen der Telemedizin auf dem Weg in die Regelversorgung

"Wie erreichen wir das Ziel, sinnvolle Anwendungen der Telemedizin auf dem schnellstmöglichen Weg in die Regelversorgung und damit zu den Patientinnen und Patienten zu bringen?"

Möglichkeiten zur Erhebung individueller Gesundheitsdaten

"Wie kann sichergestellt werden, dass die umfassenden Möglichkeiten zur Erhebung individueller Gesundheitsdaten das Solidarprinzip in Versicherungen nicht einschränken und die Datenhoheit gewährt wird?"

Vernetzte Gesundheitslandschaft in Rheinland-Pfalz

"Wie können wir eine vernetzte Gesundheitslandschaft in Rheinland-Pfalz gestalten, in der IT-Technologien Brücken zwischen verschiedenen Gesundheitsanbietern ebenso bilden wie zwischen den Patientinnen und Patienten und den Ärztinnen und Ärzten?"