Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Rheinland-Pfalz ist digital resilient in Coronakrise - Infrastruktur wird weiter entwickelt



„Rheinland-Pfalz ist resilient in der Coronakrise. Im Zuge der Pandemiebewältigung haben wir unter Hochdruck neue digitale Infrastrukturen und Anwendungen entwickelt, mit denen wir auch für die Zukunft gut aufgestellt sind. Unser Resilienzbericht zeigt, wie in Verwaltung, Infrastruktur, Bildung und medizinischer Versorgung digitale Lösungen eingesetzt wurden, um den Auswirkungen der Corona-Pandemie in unserem Land zu begegnen“, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Den Bericht der Landesregierung hatte sie im Rahmen des bundesweit ersten Digitaltags am 19. Juni im Gutenberg Health Hub der Universitätsmedizin Mainz gemeinsam mit Staatssekretärin Heike Raab vorgestellt.

„Um die öffentliche Daseinsvorsorge auch während der Coronakrise sicherzustellen, wurde die öffentliche Verwaltung weiter digitalisiert“, so die Ministerpräsidentin. Es gebe bereits eine Vielzahl von digitalen Lösungen, beispielsweise in der Finanzverwaltung und Justiz. Das Onlinezugangsgesetz verpflichte zudem die Verwaltung, dass bis Ende 2022 eine Vielzahl von Verwaltungsverfahren elektronisch angeboten würden. Insgesamt konnte die Zahl der Home-Office-Arbeitsplätze von 5.000 auf über 15.000 gesteigert werden. Es seien 105 Videokonferenzräume und 83 Audioräume eingerichtet worden. „Die öffentliche Verwaltung kann ihre Leistungen unabhängig von physischen Hemmnissen wie den aktuellen Maßnahmen zur Kontaktvermeidung nach wie vor anbieten. Sie ist nun noch moderner, agiler und ortsunabhängiger“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Neben der Digitalisierung des Krisenstabs der Landesregierung und der Einrichtung eines Kommunikationsstabs zur Beantwortung von Presse- und Bürgeranfragen wurden weitere Maßnahmen zum Beispiel im Bereich der digitalen Infrastruktur und Bildung ergriffen, so die Ministerpräsidentin. Mit dem plötzlichen Wegfall des Präsentunterrichts mussten die Schulen auf ein System des Fernunterrichts umstellen. Dazu gehörten der Ausbau der Lernplattform moodle@RLP und der „Schulbox“, einer zentralen Cloud zur sicheren Bereitstellung von Lernmaterialien für die Schulen in Rheinland-Pfalz. Hierbei wurden Serverkapazitäten und Bandbreiten erhöht. Zudem hat das Land im Rahmen des Programmes „Medienkompetenz macht Schule“ die Schulen mit rund 12.000 Notebooks und über 8.000 Tablets ausgestattet. Zusammen mit den von Schulträgern angeschafften Geräten gibt es somit mindestens 25.000 Notebooks und über 12.000 Tablets an den Schulen im Land. „Auch die Hochschulen können in der aktuellen Krise auf eine gut aufgestellte vernetzte Infrastruktur aufsetzen“, unterstrich die Ministerpräsidentin. Die Lehrenden würden bei der Konzeption und Erstellung digitaler Lehrveranstaltungen von den hochschuleigenen E-Learning- und Medienzentren sowie dem Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz unterstützt. Im Sommersemester 2020 könne demnach 75 bis 100 Prozent der Lehre online angeboten werden.

Auch die medizinische Versorgung hat mit digitalen Lösungen auf die Herausforderungen reagiert, zum Beispiel bei kurzfristiger Meldung von Infektionszahlen durch Gesundheitsämter, Landesmeldestelle und Robert-Koch-Institut. Der Start des Pilotprojekts „Telemedizin-Assistenz Rheinland-Pfalz“, mit dem die technischen Voraussetzungen für die Durchführung von Videotelefonaten für Ärztinnen und Ärzte geschaffen werden, wurde in Teilen vorgezogen.

Basis vieler Anwendungen sei die Strategie für das digitale Leben in Rheinland-Pfalz, die 2018 verabschiedet wurde. „Unser Land ist mit vielen Projekten, die bereits in Planung oder Umsetzung sind, auf dem richtigen, zukunftsfähigen Weg, um Rheinland-Pfalz noch krisenfester zu machen“, sagte die Ministerpräsidentin.

Der enorme Digitalisierungsschub der vergangenen Monate werde besonders am heutigen Digitaltag für alle erlebbar, betonte Staatssekretärin Heike Raab. „Der erste bundesweite Digitaltag findet vor allem im digitalen Raum statt und bringt Bürgerinnen und Bürger mit vielfältigen dezentralen Veranstaltungen und Aktivitäten online zusammen“, erklärte die Bevollmächtige für Medien und Digitales. Auch die Staatskanzlei beteilige sich mit mehreren Aktionen am Digitaltag wie einem virtuellen Makerspace“ in Zusammenarbeit mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld oder Veranstaltungen der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP). Bei der Online-Veranstaltung „nachhaltig digital unterwegs…“ komme die Ministerpräsidentin außerdem mit Bürgerinnen und Bürgern zum Thema digitale Zukunft der Arbeit ins Gespräch. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutiert sie, wie die Arbeitswelt sich in Zukunft entwickeln wird, welche Rolle digitale Lösungen und Anwendungen spielen können und wie dieser Wandel gestaltet werden kann. Zudem unterstützte die Staatskanzlei verschiedene Online-Workshops für Startups im Gutenberg Digital Hub in Mainz. Unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin veranstaltete der Digital Hub Region Trier mit Unterstützung des Landes und weiterer Partnerinnen und Partner einen Healthcare Hackathon, bei dem gemeinsam digitale Lösungen rund um das Thema Gesundheit in der Region Trier entwickelt werden sollen.

Staatssekretärin Heike Raab dankte den vielen rheinland-pfälzischen Einrichtungen, Unternehmen und Vereinen sowie den Hochschulen, den Industrie- und Handelskammern, den Forschungseinrichtungen und den Verbraucherzentralen, die weit mehr als 60 Aktionen am Digitaltag angeboten haben: „Sie alle zeigen das Potential und die digitale Vielfalt unseres Landes. Besonders in den letzten Monaten haben wir eindrucksvoll erlebt, wie digitale Lösungen für uns zum Alltag werden. An diesen Digitalisierungsschub werden wir anknüpfen, um gestärkt, flexibel, innovativ und ressourcenschonend in die Zukunft zu gehen.“ Über weitere Potenziale der Digitalisierung tauschte sich die Bevollmächtigte für Medien und Digitales auch beim virtuellen Treffen der Digitalministerinnen und -minister der Länder aus, das anlässlich des Digitaltags stattfand.

Download des Berichts „Rheinland-Pfalz nachhaltig digital. Resilienz durch digitale Infrastrukturen und Anwendungen“ 

Die Aufzeichnung der Veranstaltung "nachhaltig digital unterwegs..." - Zukunft der Arbeit digital gestalten vom 19. Juni 2020 finden Sie hier.




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